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2. Theil, Die Geschichte der Glasmalerei Bd. 1 (1898) Die Frühzeit bis zum Jahre 1400
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und Stammherr der Yohburger, wies Abt Hartwie von St. Maximin inTrier in das von Otto II. im Jahre 979 wiederaufgerichtete StiftTegernsee ein und wurde des Klosters erster Schirmvogt 1 ).

Tür den Norden bildete Hildesheim bekanntlich den Mittel-punkt geistigen Lebens. Vielleicht wurde schon unter dem grossenBernward neben den übrigen Künsten die Glasmalerei gepflegt;unter Bermvard’s Nachfolger Godehard finden wir am bischöflichenHofe einen jungen Maler aus edlem Geschlechte, mit Namen liuno,der in der Kunst des Mosaik nicht unerfahren war und gerne mitMalern und Glasern verkehrte 2 ). Ausserdem begegnet uns unterdiesem Bischof ein Maler und Glaser Liudiger, welcher bei derArbeit verunglückte und arbeitsunfähig wurde. Sepp nimmt als selbst-verständlich an, dass die Glasmalerei erst von Tegernsee hierhin verpflanztworden sei, jedoch gibt er selbst zu, dass Godehard bereits 1002 Tegernseeverliess, also zu einer Zeit, als in Tegernsee die neue Kunst kaumeingeführt war. Godehard kam zunächst nach Hersfeld und nachKremsmünster und wurde erst von dort aus 1022 von Kaiser Heinrich II.auf den Bischofstuhl von Hildesheim erhoben.

Bisher haben wir eine beträchtliche Reihe von Orten kennengelernt, an welchen im 11. Jahrhundert beziehungsweise viel früher vonGlasern oder Glasmalereien die Rede ist: Werden (? vita l.iudgeri),Zürich, Reims, Tegernsee, Limoges, Lothringen, Hildesheim, Chartres,Le Mans.

Bi ton 3 ) vermuthet auf Grund der alten Glasmalereien im Strass-burger Münster, dass im 12. Jahrhundert im Klsass eine blühendeGlasmalerschule bestanden habe, wobei er auf die Aehnlichkeit derZeichnung mit den Werken des Herrad von Landsperg hinweist. —Weshalb sollte nicht auch in den schon früh in der Kultur weit fortge-schrittenen Rheinlanden, in den Erzbisthiimern und Bisthümern Köln,Trier und Mainz dieser Kunstzweig bekannt gewesen und ausgeübtworden sein: — In einer Gegend, wo die Baukunst herrliche Werkeschuf, wo Skulptur, Buchmalerei, Wandmalerei und Goldschmiedekunstin höchster Blüthe standen, dort musste auch die Glasmalerei sich baldin den alten Domen Eingang verschaffen. Es ist kaum anzunehmen, dassin den kirchlichen Prachtbauten des Rheinthaies und der Seitenthälerdieses Stromes die Glasmosaiken und Glasmalereien sollen gefehlt

') Schon vorher war kamwold von St. Maximin zu Trier als 1 VojisL nachSt. Emmeram berufen worden, wo er 975 zum Abt gewählt wurde und iooi starb.— Sollte er nicht einzelne Kunstzweige aus den Rheinlanden mitgebracht haben ?

2 j.interdum et pictoribus et eis qui vitro fenestras compone-

bant se admiscuit, inter quos etiam utiliter operosus exstitit. Leibnit Script, rer.Brunsvie. I, 500. Vita Godehardi Episcopi I Iildesiensis.

■ f j Pi ton, La cathedrale de Strasbourg. Salomon, 1863, S. 33.