Hartgarius (840—855), der bekannte Bischof von Lüttich und Gönnerdes Sedulius, schmückte die Kirche.
Um das Jahr 900 finden wir im Scriptorium der Mönche vonSt. Gallen 1 ) Fenster von Glas, vielleicht Werke des obengenanntenStraeholfus.
Aus zwei Bemerkungen des Widukind von Corvey will Nordhoffdas Vorhandensein von Glasfenstern herauslesen. Nach der einenStelle 2 3 ) traf der Krieger Maincia 938 den Thangmar, als er in derKirche auf dem Marsberge am Altäre stand, ,,durch ein Fenster“ mitdem Speere und streckte ihn nieder. Ob das Fenster verglast gewesen,ist nicht gesagt. Aus der zweiten Stelle :l ) will Nordhoff sogar einenHinweis auf den Glasverschluss der Wohnhausfenster herausfinden. Imletzten Decennium des 10. Jahrhunderts schrieb Widukind ,, . . . quoniamquidem ante regis excessum multa prodigia monstrata sunt, ita ut solissplendor forinsecus aere absque nubilo pene nullus appareret, intrinsecusautem per fenestras domorum rubens tamquam sanguis infunderetur.“„Vor dem Tode König Heinrich's, also um 936, ereigneten sich vielerleiWunderdinge, wie dass der Glanz der Sonne draussen bei heiteremHimmel undeutlich, ja fast gar nicht vorhanden war, inwendig jedochdurch die Hausfenster »roth wie Blut« eindrang.“ Soll die Erscheinungihren ausserordentlichen Charakter behalten, so setzt sie Fenster voneinem durchsichtigen, wenigstens farblosen Glase voraus. Ein Verschlussvon Spat wäre für die Wohnungen zu ungewöhnlich und wäre theuerergewesen als Glas.“ So Nordhoff 4 ). Für uns kann diese Auslegung alsBeweis nicht genügen; die Fensteröffnungen können auch ohne durch-sichtigen Verschluss einfach offen gewesen sein. Dagegen hat Nordhoffdas Verdienst, an derselben Stelle auf die deutlichen Worte aus demLeben des li. Liudgerus hingewiesen zu haben, auf welche wir zurück-kommen. Zwischen 917 und 926 werden Glasfenster in der Stiftskirchezu Z u r z a c h in der Schweiz erwähnt °).
M Peru, Monum. Germ. hist. II, 95. Casuum S. Galli contin. I. auct.Ekk. IV. Bei Beschreibung einer Episode, wie Tuotilo den hinterlistigen Sindolfusabstraft, finden wir deutlich Glasfenster (fenestrae vitreae) erwähnt, \ ergl. auch überSt. Gallen Kalperli Cas. s. Galli (Hartmotus) Praeterea coronis argenteis aliisquediversis luminaribus pariter cum multimodis variorum ornamentorum splendoribus ipsammagnopere studuit insignire basilicam.
s j Pertz, M011. Germ. hist. 111, S. 441. Widukind. Res gestae Saxoniaelib. II, II. Quidam autem militum Maincia vocabulo, per fenestram altari contiguamlancea a tergo perfossmn ibi secus aram extinxit Thancmarum.
3 ) Pertz, ebenda S. 446.
4 ) Repertorium für Kunstwissenschaft III, 460.
6 ) Liibke, Ueber die alten Glasgemälde in der Schweiz. Anm. 16. Mirac.S. Verenae bei Pertz Mon. IV, 457 ff. Herzog Burkhard und sein Gefolge sahen
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