Auch Johannes Scottus 1 * 3 ) spricht von farbigen Glasfensternder Marienkirche zu R e i m s.
Weitere Angaben über Glasmosaiken in Frankreich werden indem Abschnitt über den Prioritätsstreit besprochen werden.
ln Deutschland begegnen wir den Nachrichten über das Vor-kommen von Glasfenstern etwas später. Erst nachdem der angel-sächsische PenedictinermÖnch AVinfrid (680—755), der heil. Bonifaeius,das Christenthum durch die Gauen Deutschlands getragen, begannenallenthalben die Kirchenbauten. Wie in den übrigen Ländern, so wurdehier ebenfalls zuerst in den Klöstern oder wenigstens im engen Zu-sammenhang mit denselben die Kunst der Glaserei betrieben.
Gegen Ende des 8. Jahrhunderts erbittet sich der britische AbtGutbert von L ul Ins einen guten Glasarbeiter aus. Lullus, 754 vonBonifaeius zu seinem Nachfolger als Erzbischof von Mainz geweiht,gründete um 770 das Kloster Hersfeld und starb daselbst 786. Obdamals in Hersfeld auch Fensterglas hergestellt wurde, ist aus derbetreffenden Stelle nicht ersichtlich ■).
Ludwig der Fromme (814—840) schenkte seine Kleider einemGlaser Stracholfus :t ), einem Hörigen von St. Gallen, der ihn bedient hatte.
Sedulius Scotus 4 ) spricht in einem seiner Gedichte, in dem erauch den Kölner Dom behandelt, über eine Kirche mit Glasfenstern.
in Barisiaco (in der Diözese Laon) mansum dimidium cum ipso vitreario Rage-
nulfo cum uxoribus et infantibus eorum.Et ut haec nostrae auctori-
tatis largitio pleniorem et inconvulsum in Dei nomine semper obtineat vigorem etcertius credatur, manu propria supier eam hrmavimus et annuli nostri impressione
roborari iussimus. ...
•' Signum Karoli gloriosissimi regis.
llildeboldus notarius ad vicem llludovici recognovi.
Datum XII. calend. octobris indictione XL anno XXIII. regnante Karologloriosissimo rege.
Actum monasterio S. Amandi in Dei nomine feliciter. *Amen.
Dümmler, dessen Geschichte • des ostfränkischen Reiches (1865, II, 661)wir die Notiz entnehmen, schreibt hierzu: ,,\Venn auch Joannes Scottus der Marien-
kirche zu Reims „ialini luminis haustus intus picturas“ nachriihmt, so besagt dasbloss Fenster von bunten Gläsern, wie sie ja bevorzugten Kirchen nicht fremd waren.“
-) Bonifaeii Epist. 114. Cuthbertus Eullo: Si aliquis homo in tua sitparochia, qui vitrea vasa bene possit facere, cum tempus arrideat, mihi mittferedigneris, quia ejusdem artis ignari et inopes sumus.
3 ) Quae ejus (Hludovici) liberalitas usque ad infimos eliam pervenit, adeo utStracholfo vitreario, servo sancti Galli, totam vestituram suam tune sibiservienti praeceperat dari. Pertz II, S ( . 763 Monach. Sangall. Gesta Karoli üb. IL 21.
4 ) Carm. 42. De quadam ecclesia :
Haec domus est Domini v i t r e i s oculata feneslrisQuam Phoebus lustrat radiis et crino sereno.
.Schriftquellen zur Geschichte der Karolingischen Kunst. Gesammelt und erläutertvon Julius von Schlosser. Wien 1892.
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