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1 (1892)
Entstehung
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Der Mysticismus.

ihre Reize nicht blos von Außennerven, sondern auch aus derTiefe des Organismus, von den Nerven der einzelnen Organeund den Nervenzentren des Rückenmarks und des Sympathikus.Jeder Erregungszustand in diesen Zentren beeinflußt die Hirn-zellen und erweckt in ihnen mehr oder minder deutliche Vor-stellungen, welche sich nothwendig ans die Thätigkeit der Zentrenbeziehen, von denen der Reiz ausgeht. Einige Beispiele wer-den dies auch dem vollständigen Laien deutlich machen. Wennder Organismus Bedürfniß nach Nahrung empfindet, alsowenn wir hungrig sind, so werden wir uns nicht blos imAllgemeinen eines dunkeln Verlangens nach Speise bewußt,soudern in unserm Geiste entstehen auch bestimmte Vorstel-lungen von Gerichten, von gedeckten Tischen, von allen Ne-bendingen, die beim Essen eine Rolle spielen. Wenn wir ausirgend einem Grunde, etwa wegen einer Herz- oder Lungen-krankheit, nicht gut athmen können, so haben wir nicht blosLufthunger, sondern auch Begleitvorstellungen ängstlicher Na-tur, Ahnungen von Gefahren unbekannter Art, schwermüthigeErinnerungen u. s. w., das heißt Vorstellungen von Erschei-nungen, die athemranbend oder beklemmend zu wirken Pflegen.Auch im Schlafe üben die organischen Reize diesen Einflußauf die Hirnrinde und ihnen verdanken wir die sogenanntenLeibes-Träume, das heißt Traumvorstellungen, deren Inhaltsich auf die Thätigkeit der Organe bezieht, die sich gerade innicht normaler Verfassung befinden.

Nun ist es bekannt, daß gewisse organische Nervenzentren,namentlich die geschlechtlichen im Rücken- und im verlängertenMark, bei Degenerirten häufig mißbildet oder krankhaft er-regt sind. Die von ihnen ausgehenden Reize erwecken alsoim Hirn eines Degenerirten dieser Art Vorstellungen, die näheroder entfernter mit der Geschlechtsthätigkeit Zusammenhängen,und diese Vorstellungen sind dauernd, weil auch die sie veran-lassenden Erregungszustände dauernd sind. Im Bewußtsein