Druckschrift 
1 (1892)
Entstehung
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V. Der Httchard-Wagner-Dienst.

Wir haben in einem frühern Kapitel gesehen, daß die ganzemystische Zeitbewegung in der Romantik wurzelt, also ursprüng-lich von Deutschland ansgeht. Die deutsche Romantik erfuhrin England die Umgestaltung in den Präraphaelismus, dieserzeugte mit den letzten Ueberbleibseln seiner Befruchtuugskraftin Frankreich die Mißgeburten des Symbolismus und Neo-katholizismns und dieses zusammengewachsene Zwillingspaarschloß mit dem Tolstoismus eine Bankisten-Ehe nach Art der-jenigen zwischen einem Jahrmarkt-Krüppel und einem Schan-bnden-Wunder. Während die fast bis zur Unkenntlichkeit ver-änderten Abkömmlinge des Auswanderers, der schon bei seinemWegzug ans der deutschen Heimat alle Keime der späteren Ge-schwülste und Entstellungen in sich trug, in den verschiedenenLändern heranwnchsen und sich anschickten, in das alte Stamm-land zurückzukehren, um die Wiederanknüpfung der Familicn-Beziehnngen zu den daheim gebliebenen Verwandten zu versuchen,gebar Deutschland ein neues Phänomen, das zwar nur sehrmühselig großgezogen werden konnte und lange Jahre wenig Be-achtung und Schätzung fand, schließlich aber auf der großenNarren-Kirmeß der Gegenwart eine unvergleichlich mächtigereZugkraft bewährte als alle seine Wettbewerber. Dieses Phäno-men ist die Richard Wagnerei. Es ist der deutsche Beitrag zummodernen Mystizimus und er wiegt weitaus Alles auf, was dieübrigen Völker zu diesem geliefert haben. Denn Deutschlandist gewaltig in Allem, im Schlimmen wie im Guten, und das