III. Die Syuiöolijtctt.
Die Erscheinung, die wir bei den Präraphaeliten beobachtethaben, wiederholt sich bei den französischen Symbolisten. Wirsehen eine Anzahl junger Leute zusammentreten und mit Be-wußtsein und Absicht eine Schule bilden, welche sich eineneigenen Namen beilegt, übrigens aber trotz allerlei dunkelnGeschwätzes und nachträglicher Täuschungs-Versuche keinerleigemeinsame Kunst-Grundsätze, keinerlei klares ästhetisches Zielhat, sondern blos den einen, uneingestandenen, doch deutlicherkannten Zweck verfolgt, Lärm in der Welt zu machen, durchWunderlichkeit die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken und aufdiese Weise zu Ruhm und Genuß, zur Befriedigung aller Be-gierden und aller Eitelkeiten zu gelangen, von denen die neid-zerfressene Seele dieser Erfolg-Flibustier gerüttelt voll war.
Anfang der Achtziger-Jahre gab es im Pariser Lateini-schen Viertel eine Gruppe von Strebern ziemlich gleichen Alters,die sich im Keller-Saal eines Cafes des Quai St. Michelallabendlich versammelten und bis in die späte Nacht oder anden frühen Morgen biertrinkend, rauchend und wortwitzelndauf die anerkannten und geldmachenden Schriftsteller greulichschimpften und mit ihren eigenen, der Welt noch unbekanntenFähigkeiten Prahlten. Das große Wort unter ihnen führtenEmile Goudeau, ein Schwätzer, von dem nichts als einige al-berne Spottverse bekannt geworden sind, Maurice Rollinat,der Verfasser der „Novrosss", und Edmond Haraucvurt, derjetzt in der Vorderreihe der französischen Mystiker steht. Sie