I. Dölirerdämmerung.
Der gemeinsame Charakter zahlreicher Zeiterscheinungenwird ebenso wie die Grundstimmung, die sich in ihnen aus-drückt, in den Namen „ün-äa-sisols" zusammengesaßt. Esist eine alte Erfahrung, daß die Bezeichnung für einen Be-griff der Sprache des Volkes entnommen zu sein Pflegt, welchesdiesen zuerst gebildet hat. Die Sprachforschung im Dienste derSittengeschichte hat dieses Gesetz stets benutzt, um ans derHerkunft der Wortwurzeln Aufschlüsse über die Heimat derfrühesten Erfindungen und über den Entwickclungsgang der ver-schiedenen Menschcnracen zu gewinnen. „l?in cla sisala" istfranzösisch, denn in Frankreich ist man sich zuerst des Seelen-znstandes bewußt geworden, den man so nennt. Das Wortist durch beide Welten geflogen und hat in alle gebildetenSprachen Eingang gefunden. Ein Beweis, daß dafür einBedürfniß bestand. Der „tin-cls-sieel^-Zustand der Geisterist heute überall anzutreffen, doch ist er in vielen Fällenbloße Nachahmung einer für vornehm geltenden fremden Blödeund nicht organisch entstanden; am echtesten tritt er doch inseinem Ursprnngslande auf und Paris ist der richtige Ort,um ihn in seinen mannigfaltigen Kundgebungen zu beobachten.
Daß das Wort an sich ein höchst einfältiges ist, bedarfkeines Beweises. Nur das Gehirn eines Kindes oder einesWilden konnte die grobe Vorstellung bilden, daß das Jahr-hundert eine Art lebenden Wesens sei, das wie ein Thier oderMensch geboren wird, alle Abschnitte des Daseins durchläuft,
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