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1 (1892)
Entstehung
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III. Diagnose.

Die Erscheinungen, die im vorigen Kapitel geschildertsind, muß Jeder sehen, selbst der beschränkteste Philister.Dieser hält sie aber für eine Mode und nichts weiter unddie Schlagworte: Laune, Exzentrizität, Sucht nach Neuem,Nachahmungstrieb, scheinen ihm eine ausreichende Erklärung.Der Schöngeist, dessen einseitig ästhetische Bildung ihn nichtbefähigt, den Zusammenhang der Dinge zu verstehen und ihrewirkliche Bedeutung zu erfassen, täuscht sich selbst und dieAnderen über seine Unwissenheit mit klingenden Redensartenhinweg und spricht hochmüthig voneinem unruhigen Suchender modernen Seele nach einem neuen Ideal", von denreicheren Schwingungen des verfeinerten Nervensystems derZeitgenossen", von denunbekannten Sinneswahrnehmungendes Menschen der Auslese." Der Arzt aber, namentlich derwelcher sich besonders dem Studium der Nerven- und Geistes-Krankheiten gewidmet hat, erkennt in der kin-äo-sioolo-Stim-mung, in den Richtungen der zeitgenössischen Kunst und Dich-tung, in dem Wesen der Schöpfer mystischer, symbolistischer,decadentcr" Werke und dem Verhalten ihrer Bewunderer, inden Neigungen und Geschmacks-Trieben des Modepublikumsauf den ersten Blick das Syndrom oder Gesammtbild zweierbestimmter Krankheits-Zustände, mit denen er wohlvertraut,ist, der Degeneration oder Entartung und der Hysterie, de-ren geringere Grade als Neurasthenie bezeichnet werden. Diesebeiden Verfassungen des Organismus sind an sich verschieden,