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Der Ausdruck der Gemüthsbewegungen bei dem Menschen und den Thieren
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t /j usammenfassung

Cap. 14.

geathmet hätte (obgleich diese Idee kaum einer Vorstellung fähig ist),anstatt Luft durch seinen Mund und seine Nasenlöcher zu atlnnen.so würden seine Gesichtszüge seine Gefühle nicht viel wirksamer aus-gedrückt haben, als es jetzt seine Hände oder Gliedmaßen thun.Wuth und Widerwille würden indessen noch immer durch Bewegungenum die Lippen und den Mund haben gezeigt werden können, und dieAugen würden glänzender oder matter geworden sein, je nach demZustande der Circulation. Wenn unsere Ohren beweglich gebliebenwären, so würden ihre Bewegungen in hohem Grade ausdrucksvollgewesen sein, wie es bei allen den Thieren der Fall ist, die mit ihrenZähnen kämpfen; und wir können annehmen, daß unsere früherenUrerzeuger in dieser Weise kämpften, da wir noch immer den Kck-zalm der einen Seite entblößten, wenn wir Jemandem Hohn oderTrotz bieten, und wir unsere sämmtlichen Zähne zeigen, wenn wirin rasende Wuth gerathen.

Die Bewegungen des Ausdrucks im Gesicht und am Körper,welcher Art auch ihr Ursprung gewesen sein mag, sind an und fürsich selbst für unsere Wohlfahrt von großer Bedeutung. Sie dienenals die ersten Mittel der Mittheilung zwischen der Mutter und ihremKinde; sie lächelt ihm ihre Billigung zu und ermuthigt es dadurchauf dem rechten Wege fortzugehen, oder sie runzelt ihre Stirn ausMisbilligung. Wir nehmen leicht Sympathie bei Anderen durch dieForm ihres Ausdrucks wahr; unsere Leiden werden dadurch gemildertund unsere Freuden erhöht; und damit wird das gegenseitige wohl-wollende Gefühl gekräf'tigt. Die Bewegungen des Ausdrucks verleihenunseren gesprochenen Worten Lebhaftigkeit und Fmergie. Sie enthüllendie Gedanken und Absichten Anderer wahrer als es Worte thun,welche gefälscht werden können. Wie viel Wahrheit die sogenannteWissenschaft der Physiognomie überhaupt enthalten mag, das scheint,wie Haller schon vor langer Zeit bemerkt hat 4 , davon abzuhängen,daß verschiedene Personen je nach ihren Gemüthsstimmungen ver-schiedene Gesichtsmuskeln in häufigen Gebrauch bringen; die Fmt-wicklung dieser Muskeln wird hierdurch vielleicht verstärkt und diein Folge ihrer gewohnheitsgemäßen Zusammenziehung im Gesicht auf-tretenden Linien oder Furchen werden damit tiefer und auffallender.Der freie Ausdruck einer Gemüthserregung durch äußere Zeichen

p. 211.

4 c-itirt von Moreau in seiner Ausgabe des Lavater, 1820, Tom. IV,