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Der Ausdruck der Gemüthsbewegungen bei dem Menschen und den Thieren
Entstehung
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Cap. 14.

und Schlußbemerkungen.

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macht sie intensiver. Auf der andern Seite macht das Zurückdrängenaller äußeren Zeichen, so weit dies möglich ist, unsere Seelen-bewegungen milder 5 . Wer seiner Wuth durch heftige Geberden nach-gibt, wird sie nur vergrößern; wer die äußeren Zeichen der Furchtnicht der Controle des Willens unterwirft, wird Furcht in einem be-deutenderen Grade empfinden; und wer in Unthätigkeit verharrt,wenn er von Kummer überwältigt wird, läßt sich die beste Aussichtentgehen, die Elasticität des Geistes wieder zu erhalten. Diese Re-sultate sind zum Theil eine Folge der innigen Beziehung, welchezwischen allen Gemüthserregungen und ihren äußeren Offenbarungenbesteht, zum Theil Folge des directen Einflusses einer Anstrengungauf das Herz und folglich auch auf das Gehirn. Selbst das Heuchelneiner Gemüthsbewegung erregt dieselbe leicht in unserer Seele.Shakespeabe , welchem doch wegen seiner wunderbaren Kenntnisder menschlichen Seele ein ausgezeichnetes Urtheil zuerkannt werdenmuß, sagt:

Ists nicht erstaunlich, daß der Spieler hierBei einer bloßen Dichtung, einem TraumDer Leidenschaft, vermochte seine SeeleNach eignen Vorstellungen so zu zwingen,

Daß sein Gesicht von ihrer Regung blaßte,

Sein Auge naß, Bestürzung in den Mienen,

Gebrochne Stimm und seine ganze HaltungGefügt nach seinem Sinn. Und alles das um nichts!

Hamlet, Aet II, Scene 2.

Wir haben gesehen, wie das Studium der Theorie des Ausdrucksin einer gewissen beschränkten Ausdehnung die Folgerung bestätigt,daß der Mensch von irgend einer niederen tliierischen Form herstammt,und wie dasselbe die Annahme der specifischen oder subspecifischenIdentität der verschiedenen Menschenrassen unterstützt; so weit abermein Urtheil reicht, bedurfte es kaum einer solchen Bestätigung. Wirhaben auch gesehen, daß der Ausdruck an -sich, oder die Spracheder Seelenerregungen, wie er zuweilen genannt worden ist, sicherlichfür die Wohlfahrt der Menschheit von Bedeutung ist. So weit wiemöglich die Quelle und den Ursprung der verschiedenen Ausdrucks-weisen, welche stündlich auf den Gesichtern der Menschen um unsherum zu sehen sind (unsere domesticirten Thiere dabei gar nicht

6 Gratiolet (De la Physionomie, 1865, p. 66) betont die Richtigkeit dieserFolgerung.

Dakwin, Ausdruck. 4. Auflage. (VII.)

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