Vierzehntes Capitel.
Schluszbemerkungen und Zusammenfassung.
Die drei leitenden Grundsätze, welche die hauptsächlichsten Bewegungen des Aus-drucks bestimmt haben. — Deren Vererbung. — Über den Antheil, welchender Wille und die Absicht bei der Erlangung verschiedener Ausdrucksweisengehabt haben. — Das instinctive Erkennen des Ausdrucks. — Die Beziehungdes Gegenstandes zur Frage von der specifischen Einheit der Menschenrassen.— Über das allmähliche Erlangen verschiedener Ausdrucksformen durch dieUrerzeuger des Menschen. — Die Wichtigkeit des Ausdrucks. — Schluß.
lcli habe nun nach meinen besten Kräften die hauptsächlichsten,•einen bestimmten Seelenzustand ausdrückenden Handlungen beimMenschen und bei einigen wenigen der niederen Thiere beschrieben.Ich habe auch versucht, den Ursprung oder die Entwicklung dieserHandlungen aus den drei im ersten Capitel mitgetheilten Grundsätzenzu erklären. Der erste dieser Grundsätze ist der, daß Bewegungen,welche zur Befriedigung irgend eines Verlangens oder zur Erleichterungirgend einer Empfindung von Nutzen sind, häufig wiederholt und sogewohnheitsgemäß werden, daß sie, mögen sie nun von Nutzen seinoder nicht, ausgeführt werden, sobald dasselbe Verlangen oder die-selbe Empfindung selbst in einem sehr schwachen Grade gefühlt wird.
Unser zweites Princip ist das des Gegensatzes. Die Gewohnheit,willkürlich unter entgegengesetzten Antrieben entgegengesetzte Be-wegungen auszuführen, ist durch die praktische Übung unseres ganzenLebens fest entwickelt worden. Wenn daher gewisse Handlungen inÜbereinstimmung mit unserem ersten Grundsätze bei einem bestimmten.Seelenzustande regelmäßig ausgeführt worden sind, so wird unwill-kürlich ein lebhaftes Bestreben eintreten, unter der Erregung einesentgegengesetzten Seelenzustandes direct entgegengesetzte Handlungenauszuführen, mögen diese von irgend welchem Nutzen sein oder nicht.
Unser drittes Princip ist das der clirecten Wirkung des ge-reizten Nervensystems auf den Körper, unabhängig vom Willen undDarwin, Ausdruck. 4. Auflage. (VII.) 20