Einleitung.
Über den körperlichen Ausdruck der Seelenbewegungen sindviele Werke geschrieben worden, aber eine noch größere Zahl über„Physiognomie“, d. h. über das Erkennen des Characters aus demStudium der beständigen Form der Gesichtszüge. Mit diesem letz-tem Gegenstände haben wir es hier nicht zu tlmn. Die älteren Ab-handlungen \ welche ich zu Rathe gezogen habe, sind mir nur vongeringem oder von gar keinem Nutzen gewesen. Die berühmten „Con-ferences“ 1 2 des Malers Ln Biiux, 1667 erschienen, sind das beste mirbekannte ältere Werk; es enthält manche gute Bemerkungen. Eineandere, aber etwas veraltete Abhandlung, nämlich der „Discours“ desbekannten holländischen Anatomen Peter Camper 3 , nach seinen 1774bis 1782 gehaltenen Vorlesungen, kann kaum als eine irgend einenmerkbaren Fortschritt in der Erkenntnis des Gegenstandes bezeich-nende Arbeit betrachtet werden. Dagegen verdienen die folgendenWerke die eingehendste Berücksichtigung.
Der durch seine Entdeckungen in der Physiologie so berühmteSir Charles Bell veröffentlichte 1806 die erste und im Jahre 1844die dritte Ausgabe seiner „Anatomie und Philosophie des Ausdrucks“ 4 .Man kann mit vollem Rechte sagen, daß er nicht bloß den Grund
1 J. Par so ns gibt in seiner Abhandlung „Appendix to tbe PhilosophicalTransactions“ 1740, p. 41 ein Verzeichnis von einundvierzig älteren Schriftstellernwelche über den Ausdruck geschrieben haben.
2 „Conferences sur l’expression des differents Caracteres des Passions.“ Paris,1667. 4°. Ich citire stets nach dem Wiederabdrucke der Conferences in der Aus-gabe des Lavater von Moreau, erschienen 1820, in Bd. IX, p. 257.
3 Discours par Pierre Camper sur le moyen de representer les diversespassions etc. 1792.
4 Ich citire immer nach der dritten Ausgabe von 1844, welche nach demTode Sir Charles Bell’s erschienen ist und seine letzten Verbesserungen enthält.Die erste Ausgabe von 1806 ist von viel untergeordneterem Werthe und enthältmehrere seiner wichtigsten Ansichten noch nicht.
Darwin, Ausdruck. 4. Auflage. (VII.)
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