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Der Ausdruck der Gemüthsbewegungen bei dem Menschen und den Thieren
Entstehung
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Zehntes Capitel.

Hasz und Zorn.

Haß. Wuth. Wirkungen derselben auf den .Körper. Entblößung derZähne. Wutli bei Geisteskranken. Zorn und Indignation. Wie die-selben von verschiedenen Menschenrassen ausgedrückt werden. Hohn undherausfordernder Trotz. Das Entblößen des Eckzahns auf einer Seite desGesichts.

Wenn wir von einem Menschen irgend eine absichtliche Be-'leidigung erlitten haben, oder sie erleiden zu sollen erwarten, oderwenn er uns in irgend welcher Weise anstößig ist, so haben wir ihnnicht gern, und diese Abneigung verschärft sich leicht zu Haß.Wenn derartige Empfindungen nur in einem mäßigen Grade gefühltwerden, so werden sie durch keine Bewegung des Körpers oder derGesichtszüge deutlich ausgedrückt mit Ausnahme vielleicht einergewissen Würde des Benehmens oder durch etwas üble Laune. Eskönnen indessen nur wenig Individuen lange über eine verhaßtePerson nachdenken, ohne Indignation oder Wuth zu empfinden undZeichen derselben darzubieten. Ist aber die anstößige Person voll-kommen ohne Bedeutung, so empfinden wir einfach Geringschätzungoder Verachtung. Ist dieselbe auf der andern Seite allmächtig,dann geht der Haß in äußerste Angst über, so z. B. wenn einSclave an einen grausamen Herrn oder ein Wilder an eine blut-dürstige bösartige Gottheit denkt 1 . Die meisten unserer Gemüths-bewegungen sind so innig mit ihren Ausdrucksformen verbunden,daß sie kaum existiren, wenn der Körper passiv bleibt, es hängtnämlich die Natur der Ausdrucksform zum hauptsächlichsten Theilevon der Natur der Handlungen ab, welche unter diesen besonderenSeelenzuständen gewohnheitsgemäß ausgeführt worden sind. Es kann

1 s. einige Bemerkungen hierüber in Mr. Bains Buch: The Emotionsand the Will. 2. ed. 1865, p. 127.