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Der Ausdruck der Gemüthsbewegungen bei dem Menschen und den Thieren
Entstehung
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Cap. 14.

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and Sehlnßbemerknngen.

der Reizung des Nervensystems eintreten, von dem Ausströmen dei'Nervenkraft in den durch frühere Willensanstrengungen gewohnheits-gemäß gewordenen Canälen völlig unabhängig zu sein. DerartigeWirkungen, welche häufig den Seelenzustand der in dieser Art affi-cirten Personen verrathen, können für jetzt nicht erklärt werden; soz. B. die Veränderung der Farbe des Haares in Folge äußersterFurcht oder Grames, der kalte Schweiß und das Zittern der Mus-keln vor Furcht, die modificirten Absonderungen des Darmcanals und das Aufhören der Thätigkeit in gewissen Drüsen.

Trotzdem nun. daß so Vieles von dem hier behandelten Gegen-stände unverständlich bleibt, können doch so viele einen bestimmtenAusdruck darstellende Bewegungen und Thätigkeiten bis zu einemgewissen Grade durch die oben genannten drei Grundsätze oder Ge-setze erklärt werden, daß wir hoffen dürfen, sie später sämmtlichdurch diese oder sehr analoge Principien erklärt zu sehen.

Wenn Handlungen aller möglichen Art regelmäßig irgend einenSeelenzustand begleiten, so werden, sie sofort als ausdruckgebend er-kannt. Dieselben können aus Bewegungen jedweden Theils des Kör-pers bestehen: so finden wir das Wedeln mit dem Schwänze beimHunde, das Zucken mit den Schultern beim Menschen, ferner dasSträuben der Haare, die Absonderung von Schweiß, einen verändertenZustand der Capillargefäße, beschwerliches Atlnnen und den Gebrauchder Stimmorgane und anderer lauterzeugender AVerkzeuge zum Aus-drucke benutzt. Selbst Insecten drücken Zorn, äußerste Furcht, Ei-fersucht und Liebe durch ihre Stridulation aus. Beim Menschen sinddie Respirationsorgane von besonderer Bedeutung beim Ausdruck,nicht bloß in einer directen, sondern in einem noch höhern Gradein einer indirecten Art.

Nur wenig Punkte sind bei dem vorliegenden Gegenstände in-teressanter als die außerordentlich complicirte Kette von Vorkomm-nissen, welche zu gewissen ausdrucksvollen Bewegungen führen. Mannehme z. B. die schräge Stellung der Augenbrauen eines Menschen,der vor Kummer oder Sorgen leidet. Wenn Kinder vor Hunger oderSchmerz laut aufschreien, so wird die Circulation afficirt und dieAugen werden dadurch leicht mit Blut überfüllt: in Folge dessenwerden die die Augen umgebenden Muskeln zum Schutze derselbenstark zusammengezogen. Diese Handlungsweise ist im Verlaufe vielerGenerationen sicher fixirt und vererbt worden. AVenn aber mit demFortschritt der Jahre oder der Cultur die Gewohnheit zu schreienzum Theil zurückgedrängt wird, so streben doch die Muskeln rings

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