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Der Ausdruck der Gemüthsbewegungen bei dem Menschen und den Thieren
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Cap. 12.

Erstaunen.

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erwähnten Stellungen sind für diesen Zweck sehr passend. Mankönnte fragen, warum nur Überraschung und einige wenige andereSeelenzustände durch Bewegungen sich darstellen, welche zu anderenim Gegensätze stehen. Dies Princip -wird aber hei denjenigen Seelen-erregungen nicht ins Spiel gebracht, wie Schrecken, große Freude,Leiden oder Wuth, welche naturgemäß schon zu gewissen Handlungs-weisen führen und gewisse Wirkungen auf den Körper ausüben: essind hier nämlich alle Körpersysteme schon präoccupirt; auch wer-den diese Gemüthserregungen hierdurch bereits mit der größtenDeutlichkeit ausgedrückt.

Es gibt noch eine andere kleine Geberde, welche für das Er-staunen ausdrucksvoll ist, für die ich aber keine Erklärung darbietenkann, nämlich das Legen der Hand an den Mund oder an irgendeinen andern Theil des Kopfes. Dieselbe ist hei so vielen Menschen-rassen beobachtet worden, daß sie irgend einen natürlichen Ursprunghaben muß. Ein wilder Australier wurde in ein ganz mit officiellenPapieren erfülltes Zimmer gebracht; dies überraschte ihn in hohemGrade, er rief aus: duck, duck, duck und brachte den Rückender Hand gegen seine Lippen. Mrs. Babbeb sagt, daß die Kaffemund Fingos ihr Erstaunen durch einen ernsthaften Blick und dadurchausdrücken, daß sie die rechte Hand auf den Mund legen, wobeisie das Wort mawo ausrufen, welcheswunderbar bedeutet. DieBuschmänner legen, wie man sagt 13 , ihre rechte Hand an den Halsund biegen den Kopf nach hinten, wenn sie erstaunt sind. Mr.Winwood Reade hat beobachtet, daß die Neger der Westküste vonAfrica, wenn sie überrascht sind, ihre Hände gegen den Mund schla-gen und gleichzeitig sagen:Mein Mund klebt an mir, d. h. anmeiner Hand; er hat auch gehört, daß dies die gewöhnliche Geherdebei derartigen Gelegenheiten ist. Capitain Speedy theilt mir mit,daß bei solchen Veranlassungen die Abyssinier ihre rechte Hand andie Stirn legen, mit der Fläche nach außen. Endlich führt Mr.Washington Matthews an, daß das conventionelle Zeichen für dasErstaunen hei den wilden Stämmen der westlichen Theile der Ver-einigten Staaten darin besteht,die halbgeschlossene Hand über denMund zu legen; während sie dies thun, biegen sie häufig den Kopfnach vorn und zuweilen werden Worte oder ein leichtes Stöhnengeäußert. Catlin 14 macht dieselbe Bemerkung über das Drücken

13 Huschke, a. a. 0. p. 18.

14 North American Indians, 3. edit., 1842, Vol. I, p. 105.