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Der Ausdruck der Gemüthsbewegungen bei dem Menschen und den Thieren
Entstehung
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Gap. 11.

Abscheu. Eifersucht, Neid etc.

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auf dem Gesichte eines meiner Kinder im Alter von fünf Monaten,als es zum ersten Male etwas kaltes Wasser, und dann noch einmaleinen Monat später, als es ein Stück einer reifen Kirsche in den Mundgesteckt bekam. Es zeigte sich dies dadurch, daß die Lippen undder ganze Mund eine Form annahmen, welche dem Inhalte gestattete,schnell herauszulaufen oder zu fallen. Gleichzeitig wurde die Zungevorgestreckt. Diese Bewegungen waren von einem geringen Schauderbegleitet. Es war um so komischer, als ich zweifle, ob das Kindwirklich Abscheu oder Widerwillen fühlte. Die Augen und die Stirndrückten großes Erstaunen und Erwägung aus. Das Vorstrecken derZunge um einen widrigen Gegenstand aus dem Munde fallen zu lassen,dürfte es erklären, woher es kommt, daß das Ausstrecken der Zungeallgemein als ein Zeichen der Verachtung oder des Hasses dient 11 .

Wir haben nun gesehen, daß Hohn, Geringschätzung, Verachtungund Abscheu auf viele verschiedenartige Weise ausgedrückt werden,durch Bewegung des Gesichts und durch verschiedene Geberden, unddaß diese über die ganze Erde dieselben sind. Sie bestehen alle ausHandlungen, welche das Zurückweisen oder Ausstößen irgend eineswirklichen Gegenstandes ausdriicken, den wir nicht gern haben oderverabscheuen, welcher aber keine anderen starken Gemüthserregungeneiner gewissen Art, wie Wuth oder Schrecken, in uns erregt; durchdie Gewalt der Gewohnheit und der Association werden dann ähnlicheHandlungen ausgeführt, so oft irgend welche analoge Empfindungenin unserer Seele entstehen.

Eifersucht, Neid, Geiz, Rache, Argwohn, List, S chlau-lieit, Schuld, Eitelkeit, Eingebildetsein, Ehrgeiz, Stolz,Demuth u. s. w. Es ist zweifelhaft, ob die größere Zahl derhier erwähnten complicirten Seelenzustände durch irgend welchenfeststehenden Ausdruck, der hinreichend deutlich wäre, um beschriebenoder gezeichnet zu werden, verrathen wird. Wenn Shakespeare vondem Neide alshohläugig oderschwarz oderblaß und von derEifersucht alsdem grünäugigen Ungeheuer spricht, und wennSpenser den Argwohn alsfaul, misgünstig und grimmig beschreibt,so müssen sie diese Schwierigkeit empfunden haben. Nichtsdestowenigerkönnen die erwähnten Empfindungen wenigstens viele von ihnendurch die Augen entdeckt werden, z. B. Eingebildetsein. Wir werden

11 Mr. Tylor (Early History of Manldnd, 2. edit., 1870, p. 52) gibt an, daßdies der Fall ist; er fügt hinzu:es ist nicht recht klar, warum dies so sein muß. a