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Der Ausdruck der Gemüthsbewegungen bei dem Menschen und den Thieren
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Ausdruck der Überlegung.

Cap. 9.

die Stärke ihres Gesichssinnes zu prüfen wünschte; und sie alle be-nahmen sich in der eben beschriebenen Art und Weise. Einige vonihnen hielten auch ihre flachen offenen Hände über die Augen, umden Überschuß von Licht abzuhalten. Nachdem Gratiolet einigeBemerkungen nahezu derselben Art gemacht hat 5 , sagt er: ce sont des attitudes de vision difficile. Er kommt zu dem Schlüsse, daßsich die Muskeln rings um das Auge zum Theil zu dem Zwecke zu-sammenziehen , zu vieles Licht auszuschließen (was mir die bedeu-tungsvollere Absicht zu sein scheint), zum Theil um alle Strahlen vonder Netzhaut abzuhalten, ausgenommen diejenigen, welche direct vondem Gegenstände herkommen, welcher erforscht wird. Mr. Bowman,welchen ich über diesen Punkt um Iiath frag, meint, daß die Zu-sammenziehung der das Auge umgebenden Muskeln außerdem nochzum Theil dazu dienen dürfte, die consensuellen Bewegungen derbeiden Augen dadurch zu sichern, daß ihnen ein festerer Stütz-punkt gegeben wird, während die Augäpfel durch die Thätigkeitihrer eigenen Muskeln für das binoculare Sehen eingestellt werden.

Da die Anstrengung, bei hellem Lichte mit Aufmerksamkeiteinen entfernten Gegenstand zu betrachten, sowohl schwierig alsermüdend ist, und da diese Anstrengung durch zahllose Generationenhindurch gewohnheitsgemäß von der Zusammenziehung der Augen-brauen begleitet worden ist, so wird die Gewohnheit des Stirn-runzelns hiedurch bedeutend verstärkt worden sein, obschon sieursprünglich während der ersten Kindheit aus einer davon völligunabhängigen Ursache ausgeübt wurde, nämlich als erster Schrittzum Schutze der Augen beim Schreien. Soweit der Seelenzustanddabei in Betracht kommt, besteht allerdings eine große Analogiezwischen dem aufmerksamen Prüfen eines entfernten Gegenstandesund dem Verfolgen eines schwierigen Gedankenzuges oder auch derAusführung irgend einer kleinen und mühsamen mechanischen Arbeit.Die Annahme, daß die Gewohnheit des Stirnranzeins beibelialtenwird, wenn auch durchaus gar keine Nöthigung vorliegt, zu vielLicht abzuhalten, erhält durch die früher erwähnten Fälle Unter-stützung, bei denen die Augenbrauen oder Augenlider unter gewissenUmständen in einer zwecklosen Art und Weise in Thätigkeit geriethen,weil sie früher unter analogen Verhältnissen zu einem nützlichen

6 De la Physionomie, p. 15, 144, 146. Mr. Herbert Spencer erklärtdas Stirnrunzeln ausschließlich durch die Gewohnheit, die Augenbrauen zur Bil-dung eines Schirms für die Augen in einem hellen Lichte zusammenzuziehen,s. Principles of Psychology, 2. edit., 1872, p. 546.