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Der Ausdruck der Gemüthsbewegungen bei dem Menschen und den Thieren
Entstehung
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Cap. 9.

Überlegung.

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sehr geneigten Kindern alles das, was ihren Geist verwirrt und wasdie meisten anderen Kinder nur zum Stirnrunzeln bringen würde,leicht ein Weinen hervormft. So führt auch bei gewissen Classenvon Geisteskranken jede Anstrengung des Geistes, wie leicht sieauch sein mag, welche bei einem gewohnheitsgemäß die Stirn run-zelnden Menschen ein leichtes Stirnrunzeln verursachen würde, zumnicht zurückzudrängenden Weinen. Darin, daß die Gewohnheit dieAugenbrauen bei der ersten Wahrnehmung von irgend etwas Ängsti-gendem zusammenzuziehen, obschon sie während der Kindheiterworben wurde, für den übrigen Theil unseres Lebens beibehaltenwird, liegt nicht mehr Überraschendes als darin, daß viele anderein einem frühen Alter erworbene associirte Gewohnheiten sowohlvom Menschen als von den niederen Thieren dauernd beibehaltenwerden. So behalten z. B. völlig erwachsene Katzen häufig dieGewohnheit bei, wenn sie sich warm und gemüthlich fühlen, ab-wechselnd ihre Vorderpfoten mit ausgespreizten Zehen vorzustrecken,welche Gewohnheit sie zu einem bestimmten Zwecke ausübten alssie an ihren Müttern saugten.

Eine andere und verschiedene Ursache hat wahrscheinlich dieGewohnheit die Stirne zu runzeln, so oft der Geist sich intensiv miteinem Gegenstand beschäftigt und auf irgend eine Schwierigkeitstößt, noch verstärkt. Das Sehen ist der bedeutungsvollste von allenSinnen, und während der Urzeiten muß die gespannteste Aufmerk-samkeit unaufhörlich auf entfernte Gegenstände gerichtet worden sein,um Beute zu erlangen und Gefahren zu vermeiden. Ich erinneremich, als ich in Theilen von Süd-America reiste, welche wegen derAnwesenheit von Indianern gefährlich waren, darüber frappirt gewesenzu sein, wie unaufhörlich und doch allem Anscheine nach unbewußtdie halb wilden Gauchos den ganzen Horizont aufmerksam prüften.Wenn nun Jemand ohne irgend wie den Kopf bedeckt zu haben (wiees doch ursprünglich beim Menschen der Fall gewesen sein muß)sich bis zum Äußersten anstrengt, in hellem Tageslicht und be-sonders wenn der Himmel glänzt, einen entfernten Gegenstand zuunterscheiden, so zieht er beinahe ausnahmslos seine Augenbrauenzusammen, um den Eintritt von zuviel Licht in seine Augen zu ver-hüten ; die unteren Augenlider, die Backen und die Oberlippe werdenzu gleicher Zeit emporgehoben, so daß die Öffnung der Augen ver-kleinert wird. Ich habe absichtlich mehrere Personen, junge undalte, gebeten, unter den oben erwähnten Umständen nach entferntenGegenständen zu sehen, wobei ich sie glauben machte, daß ich nur