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Der Ausdruck der Gemüthsbewegungen bei dem Menschen und den Thieren
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Cap. 8.

Liebe, zärtliche Empfindungen.

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Empfindung ist, so verursacht 'sie allgemein ein leichtes Lächeln undetwas Erglänzen der Augen. Ganz allgemein wird eine starke Be-gierde empfunden, die geliebte Person zu berühren, und Liebe wirddurch dieses Mittel deutlicher als durch irgend ein anderes ausge-drückt 21 . Wir verlangen daher danach, diejenigen in unsere Armezu schließen, welche wir zärtlich lieben. Wahrscheinlich verdankenwir diese Begierde vererbter Gewohnheit in Association mit demWarten und Pflegen unserer Kinder und mit den gegenseitigen Lieb-kosungen Liebender.

Bei den niederen Thieren sehen wir dasselbe Princip thätig, daßsich Vergnügen aus der Berührung in Association mit Liebe herleitet.Hunde und Katzen finden offenbar großes Vergnügen daran, sich anihren Herren oder Herrinnen zu reiben und von ihnen gerieben odergeklopft zu werden. Wie mir die Wärter im zoologischen Gartensagten, finden f viele Arten von Affen ein Entzücken darin, einanderzu hätscheln oder von anderen gehätschelt zu werden, auch von Per-sonen, zu welchen sie Anhänglichkeit fühlen. Mr. .Baetlett hat mirdas Benehmen zweier Chimpansen, im Ganzen älterer Thiere' als die-jenigen, die gewöhnlich nach Europa importirt werden, beschrieben,als sie zuerst zusammengebracht wurden. Sie saßen einander gegen-über, berührten einander mit ihren weit vorgestreckten Lippen, undder eine legte seine Hand, auf die Schulter des andern. Hann schlos-sen sie sich gegenseitig in ihre Arme ein. Später standen sie auf,ein jeder mit einem Arm auf der Schulter des andern, hoben ihrenKopf in die Höhe, öffneten ihren Mund und schrien vor Entzücken.

Wir Europäer sind an das Küssen als ein Zeichen der Zuneigungso gewöhnt, daß man es für der Menschheit angeboren halten könnte.Dies ist indessen nicht der Fall. Steele irrte sich, als er sagte,die Natur war sein Urheber und es begann mit der ersten Braut-werbung. Jemmt Button, der Feuerländer, sagte mir, daß dieseGewohnheit in seinem Vaterlande unbekannt sei. Sie ist gleichfallsunbekannt bei den Neu-Seeländern, den Eingebornen von Tahiti, denPapuas, den Australiern, den Somalis von Africa und den Eskimos".

21 Mr. Bain bemerkt (Mental and Moral Science, 1868, p. 239):Zärtlich-keit ist eine auf verschiedene Weise erregte, Vergnügen gewährende Cremüths-bewegung, welche dazu drängt, die menschlichen Wesen in eine gegenseitigeUmarmung zu ziehen.

22 Sir J. Lubbock gibt in Prehistoric Times, 2. edit., 1869, p. 552, aus-führliche Schriftbelege für diese Angaben. Das Citat aus Steele ist diesemWerke entnommen.