Cap. 8.
Ausgelassenheit. Heiterkeit.
185
bemerkt sich leicht zusammenznziehen, und dies glättet die Augen-brauen, entfernt jede Spur eines Stirnrunzelns, wölbt die Augenbrauenein wenig und hebt die Augenlider. Die lateinische Redensart „ex-porrigere frontem“ — die Augenbrauen glätten — heißt daherheiter oder lustig sein. Der ganze Ausdruck eines Menschen in guterDaune ist das genaue Gegentheil von dem eines an Kummer Leiden-den. Nad i Sir Ch. Bell werden „in allen aufheiternden Gemüths-..bewegungen die Augenbrauen, Augenlider, die Nasenlöcher und die„Mundwinkel erhoben, ln den niederdrückenden Leidenschaften tritt„das Umgekehrte ein.“ Unter dem Einflüsse der letzteren werden dieAugenbrauen schwer, die Augenlider, die Wangen, der ganze Kopferscheint matt, die Augen sind stumpf, das ganze Gesicht schlaff unddas Athmen langsam. Tn der Freude wird das Gesicht breiter, imKummer wird es länger. Ob das Princip des Gegensatzes hier beider Hervorbringung dieser entgegengesetzten Ausdrucksweisen inUnterstützung der directen Ursachen, welche speciell erwähnt wordenund hinreichend deutlich sind, mit in’s Spiel gekommen ist, will ichnicht zu sagen wagen.
Bei allen Menschenrassen scheint der Ausdruck guter Launederselbe zu sein und wird leicht erkannt. Die Personen, welche miraus den verschiedenen Theilen der alten und neuen Welt Mittheilungengesandt haben, beantworten ineine Fragen über diesen Punkt bejahendund geben noch einige Finzelnheiten in Bezug auf die Hindus, Ma-layen und Neu-Seeländer. Das Glänzen der Augen bei den Austra-liern ist vier Beobachtern aufgefallen. Dieselbe Thatsache ist beiden Hindus, den Neu-Seeländern und den Dyaks von Borneo be-merkt worden.
Wilde drücken zuweilen ihre Befriedigung nicht bloß durchLächeln aus, sondern auch durch Geberden, welche von dem Ver-gnügen des Essens hergeleitet werden. So citirt Mr. Wedgwood ’ 8eine Angabe Pethekick’s, daß die Neger am obern Nil ein allgemeinesReiben ihres Bauches begannen, wenn er seine Perlen auspackte.Und Lkichhakdt sagt, daß die Australier mit ihrem Munde schmatztenund schnalzten, als sie seine Pferde und Ochsen und ganz besondersals sie seine Känguruh-Hunde sahen. Wenn die Grönländer „etwas„mit Vergnügen bestätigen, so saugen sie mit einem bestimmten
17 La Physionomie, par Gr. Lavater, Ausgabe von 1820. Vol. IV, p. 224,s. auch Sir 0 h. Bell, Anatomy of Expression, p. 172, wegen des weiter untenangeführten Citats.
18 A Dictionary of English Ktvmology, 2. edit. 1872. Introduction, p, XI.! V.