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Der Ausdruck der Gemüthsbewegungen bei dem Menschen und den Thieren
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Cap. 8.

Lachen.

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ans, der unserem Lachen entspricht, wenn sie, besonders in den Achsel-holden, gekitzelt werden. Ich berührte mit einem Stückchen Papierdie Fußsohle eines meiner Kinder, als es nur sieben Tage alt war;der Fuß wurde plötzlich weggeschnellt und die Zehen in verschie-denen Richtungen gekrümmt wie bei einem älteren Kinde. DerartigeBewegungen sind ebenso w r ie das Lachen, nachdem man gekitzeltwurde, offenbar Reflexthätigkeiten, und dies zeigt sich gleichfalls darin,daß die kleinen, nicht gestreiften Muskeln, welche dazu dienen, dieeinzelnen Haare an dem Körper aufzurichten, sich in der Nähe einergekitzelten Oberhautstelle zusammenziehen 6 . Doch kann man dasLachen in Folge einer lächerlichen Idee, wenn es auch unwillkürlicheintritt, doch nicht im strengen Sinne eine Reflexthätigkeit nennen,ln diesem Falle und bei dem Lachen in Folge eines Kitzelns mußsich die Seele in einem vergnüglichen Zustande befinden. Wenn einkleines Kind von einem Fremden gekitzelt würde, so würde es vorFurcht schreien. Die Berührung muß leicht sein, und eine Idee oderein Ereignis darf, wenn es lächerlich sein soll, nicht von großer Be-deutung sein. Die Theile des Körpers, welche am leichtesten gekitzeltwerden, sind diejenigen, welche nicht gewöhnlich berührt werden, sodie Achselhöhlen oder zwischen den Zehen, oder Theile (so z. B. dieFußsohle), welche beständig von einer breiten Fläche berührt werden.Doch bietet die Fläche, auf welcher wir sitzen, hier eine merkwür-dige Ausnahme von der Regel dar. Der Angabe Gbatiolets zu-folge 7 sind gewisse Nerven für das Kitzeln viel empfindlicher alsandere. Nach der Thatsache, daß ein Kind sich kaum selbst kitzelnkann oder wenigstens in einem viel geringem Grade, als wenn es voneiner andern Person gekitzelt wird, scheint es, daß der genaue Punkt,welcher berührt werden soll, nicht bekannt sein darf, und so scheintauch in Bezug auf den Geist irgend etwas Unerwartetes eine neueoder nicht zusammenstimmende Idee, welche in einen gewohnheits-gemäßen Gedankenzug hineinbricht ein starkes Element des Lächer-lichen darzubieten.

Der Laut des Lachens wird dadurch hervorgerufen, daß einertiefen Inspiration kurze, unterbrochene, krampfhafte Zusammenzieh-ungen des Brustkastens und besonders des Zwerchfells folgen 8 . Wir

6 ,T. Lister, in: Quarterly Journal of Microseopioal Science. 1853, Yol. I,

p. 266.

7 De la Physionomie, p. 186.

8 Sir Cli. Bell (Anat. of Expression, p. 117) macht einige Bemerkungenüber die Bewegungen des Zwerchfells während des Lachens.