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Ausdruck der Freude.
Cap. 8.
hören daher, daß man sich „heim Lachen beide Seiten hält“, ln Folgedes Erschüttern des Körpers nickt der Kopf bald da, bald dorthin.Häufig zittert die Unterkinnlade auf und nieder, wie es auch bei einigenArten von Pavianen der Fall ist, wenn sie viel Vergnügen empfinden.
Während des Lachens wird der Mund mehr oder weniger weitgeöffnet, die Mundwinkel stark nach hinten ebenso wie ein wenig nachoben, und che Oberlippe etwas in die Höhe gezogen. Das Zurück-ziehen der Mundwinkel sieht man am besten bei dem mäßigen Lachenund besonders in einem breiten Lächeln — die letztere Bezeichnungbezieht sich darauf, daß der Mund weit geöffnet wird. In beistelien-den Figuren 1—3 der Tafel III sind verschiedene Grade mäßigenLachens und des Lächelns photographirt worden. Die Abbildung deskleinen Mädchens mit dem Hute rührt von Dr. Wallich her, und derAusdruck war ein echter; die anderen beiden sind von Mr. Rejlandeb.Dr. Duchenne betont wiederholt 9 , daß unter der Erregung der Freudeder Mund ausschließlich durch die großen Jochbeinmuskeln, welchedazu dienen, die Mundwinkel rück- und aufwärts zu ziehen, beein-flußt wird; aber nach der Art und Weise zu urtheilen, in welcherdie oberen Zähne immer während des Lachens und des breiten Lächelnsexponirt werden, ebenso wie nach meinen eignen Empfindungen kannich nicht daran zweifeln, daß einige der zur Oberlippe laufenden Mus-keln gleichfalls in mäßige Thätigkeit versetzt werden. Die unterenund oberen Theile des Kreismuskels des Auges werden zu derselbenZeit mehr oder weniger contrahirt, und es besteht, wie in dem Ca-pitel über das Weinen erklärt worden ist, ein inniger Zusammenhangzwischen den kreisförmigen, besonders den unteren, und einigen derzur Oberlippe laufenden Muskeln. Heule bemerkt hierüber 10 , daßwenn ein Mensch das eine Äuge fest schließt, er nicht vermeidenkann, die Oberlippe derselben Seite zurückzuziehen. Wenn man um-gekehrt seinen Finger auf sein unteres Augenlid legt und dann seineoberen Schneidezähne soweit als möglich sichtbar macht, so wird manfühlen, daß in dem Maße, wie die Oberlippe stark nach aufwärtsgezogen wird, die Muskeln des untern Augenlids sich zusammenziehen.In Henle’s Abbildung, die in dem Holzschnitte Fig. 2 wiedergegebenist, kann man sehen, daß der Musculus malaris (H), welcherzur Oberlippe hinläuft, einen beinahe integrirenden Theil des unternTheil des kreisförmigen Muskels bildet.
9 Mecanisme de la Physionomie Humaine. Album, Legende VI.
10 Handbuch der systematischen Anatomie des Menschen. 1858, Bd. 1.■S. 144. s. den Holzschnitt, Fig. 2H auf S. 22.