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Der Ausdruck der Gemüthsbewegungen bei dem Menschen und den Thieren
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Ausdrucksformen lei Thieren.

Cap. 5.

fast scheinen, als ob Thiere, welche nie domesticirt worden sind,nämlich Wölfe, Schakale und selbst Füchse, nichtsdestoweniger durchdas Princip des Gegensatzes gewisse ausdrucksvolle Geberden sichangeeignet haben; denn es ist nicht wahrscheinlich, daß diese inKäfigen gefangen gehaltenen Thiere dieselben dadurch gelernt hätten,daß sie Hunden nachahmten.

Katzen. Ich habe bereits die Bewegungen einer Katze(Fig. 9, S. 52),' wenn sie sich wild fühlt, aber nicht erschreckt ist,beschrieben. Sie nimmt eine kauernde Stellung an und streckt ge-legentlich ihre Vorderfüße aus mit ausgestreckten Klauen, fertig zumZuschlägen. Der Schwanz ist ausgestreckt und wird gekrümmt odervon einer Seite zur andern geschlagen. Das Haar wird nicht auf-gerichtet; wenigstens war es in den wenigen Fällen, die ich beobachtete,nicht der Fall. Die Ohren werden zurückgezogen und die Zähne ge-zeigt. Leises wildes Knurren wird ausgestoßen. Wir können ein-sehen, warum die von einer in der Vorbereitung zum Kampfe miteiner andern Katze begriffenen oder von einer irgend wie heftig ge-reizten Katze angenommene Stellung so vollständig verschieden istvon der, welche ein Hund annimmt, der einem andern Hunde mitfeindseligen Absichten begegnet; denn die Katze gebraucht ihreVorderfüße zum Schlagen, und das macht eine kauernde Stellung-zweckmäßig oder nothwendig. Sie ist auch viel mehr als ein Hunddaran gewöhnt, verborgen still zu liegen und plötzlich auf ihre Beuteeinzuspringen. Dafür daß der Schwanz herumgeschlagen oder von dereinen zur andern Seite gekrümmt wird, läßt sich keine Ursache mitGewißheit nachweisen. Diese Gewohnheit ist vielen anderen Thierengemeinsam, z. B. dem Puma, wenn er sich zum Springen bereit hält 6 ;sie kommt aber bei Hunden oder Füchsen nicht vor, wie ich ausMr. St. Johns Beschreibung eines Fuchses schließe, der im Hinter-halte liegt und einen Hasen fängt. Wir haben bereits gesehen, daßmanche Arten von Eidechsen und verschiedene Schlangen, wenn sieerregt werden, schnell die Spitzen ihres Schwanzes erzittern machen.Es möchte fast scheinen, als wenn im Zustande starker Erregung einenicht zu controlirende Begierde nach einer Bewegung irgend welcherArt existire, welche eine Folge davon ist, daß Nervenkraft von demerregten Sensorium reichlich frei gemacht wird, und daß, da derSchwanz frei herabhängt und seine Bewegungen die allgemeine Stellungdes Körpers nicht stören, dieser gekrümmt und umhergeschlagen wird.

0 Azara, Qaadruped.es du Paraguay, 1801, Tom. I. p. 136.