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Der Ausdruck der Gemüthsbewegungen bei dem Menschen und den Thieren
Entstehung
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Cap. 5.

Hund.

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bare Erscheinung einer verwirrten ungemüthlichen Stimmung dar-bietend.

Beinahe alle die jetzt beschriebenen ausdrucksvollen Bewegungen,mit Ausnahme des Grinsens vor Freude, sind angeboren oder instine-tiv, denn sie sind allen Individuen, Jungen wie Alten, und zwar allerBassen, gemeinsam. Die meisten von ihnen kommen auch in gleicherWeise den ursprünglichen Eltern, nämlich dem Wolfe wie dem Scha-kale zu, einige von ihnen sogar noch anderen Arten derselben Gruppe.Gezähmte Wölfe und Schakale springen, wenn sie von ihren Herrengeliebkost werden, vor Freude umher, wedeln mit ihren Schwänzen,lassen ihre Ohren herab hängen, lecken die Hände ihrer Herren,ducken sich nieder und werfen sich selbst auf den Boden, mit demBauche nach oben 4 5 . Ich habe einen im Ganzen mehr fuchsähnlichenafricanischen Schakal vom Gabun gesehen, der, wenn er geliebkostwurde, seine Ohren herabdrückte. Werden Wölfe und Schakale er-schreckt, so ziehen sie sicherlich ihre Schwänze ein. Und es ist eingezähmter Schakal beschrieben worden, der um seinen Herrn in Kreisenund Achterfiguren wie ein Hund herumlief mit dem Schwänze zwischenden Beinen.

Es ist angeführt worden a , daß Füchse, mögen sie auch nochso zahm sein, niemals irgend eine der eben erwähnten ausdrucksvollenBewegungen darbieten. Dies ist aber nicht streng genommnn richtig.Vor vielen Jahren beobachtete ich im zoologischen Garten (und ichhabe auch die Thatsacbe zu jener Zeit niedergeschrieben), daß einsehr zahmer englischer Fuchs, wenn er von seinem Wärter geliebkostwurde, mit seinem Schwänze wedelte, seine Ohren niederdrückte undsich dann auf den Boden niederwarf mit dem Bauche nach oben. Derschwarze Fuchs von Nord-America drückte gleichfalls seine Ohren ineinem unbedeutenden Grade nieder. Ich glaube aber, daß Füchseniemals die Hände ihrer Herren lecken; und man hat mir versichert,daß, wenn sie in Furcht gerathen, sie niemals ihre Schwänze ein-zielien. Wenn man die Erklärung, welche ich von dem Ausdruckeder Zuneigung bei Hunden gegeben habe, annimmt, dann möchte es

4 Viele Einzelnheiten hat Güldenstädt in seiner Besehreihung des Scha-kals gegeben, in: Novi Comment. Acad. Sc. Petropol. 1775, Tom. XX, p. 449;s. auch eine andere ausgezeichnete Schilderung dieses Thieres und seines Spielensin: Land and Water, October 1869. Auch Lieut. Annesley, R. A., hat mireinige Einzelnheiten über den Schakal mitgetheilt. Ich habe über Wölfe undSchakale im zoologischen Garten vielfache Erkundigungen eingezogen und die-selben auch selbst beobachtet.

5 Land and Water, 6. Novemb. 1869.