Cap. 5.
Katze.
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Alle Bewegungen einer Katze im zuneigungsvollen Gemüths-zustancle finden sich in vollkommenem Gegensätze zu den eben be-schriebenen. Jetzt steht sie aufrecht mit leicht gekrümmtem Rücken,den Schwanz senkrecht in die Höhe gehalten und die Ohren auf-gerichtet und sie reibt ihre Backen und Seiten an ihrem Herrn oderihrer Herrin. Die Lust, sich an irgend Etwas zu reiben, ist bei Katzenin diesem Seelenzustande so stark, daß man oft sehen kann, wie siesich gegen Stühle oder Tischbeine oder Thürpfosten reiben. Diese Artund Weise, ihre Zuneigung auszudrücken, entstand wahrscheinlichursprünglich durch Association wie bei dem Hunde daher, daß dieMutter ihre Jungen pflegt und hätschelt, und vielleicht auch daher,daß sich die Jungen untereinander lieben und miteinander spielen.Eine andere und sehr verschiedene Geberde, welche für das Gefühl desVergnügens ausdrucksvoll ist, ist bereits beschrieben worden, nämlichdie merkwürdige Art und Weise, in welcher junge und selbst alteKatzen, wenn sie sich vergnüglich fühlen, abwechselnd ihre Vorder-füße mit auseinander gehaltenen Zehen vorstrecken, als wenn sie gegendie Zitzen ihrer Mutter stoßen und an denselben saugen wollten. DieseGewohnheit ist insofern jener des Reibens an irgend Etwas analog,als beide allem Anscheine nach von Handlungen sich herleiten lassen,welche während der Saugperiode ausgeführt werden. Warum Katzenihre Zuneigung viel mehr durch Reiben ausdrücken als es Hunde thun,obschon letztere an der Berührung mit ihrem Herrn ein Entzückenfinden, und warum Katzen nur gelegentlich die Hände ihrer Freundelecken, während Hunde dies immer thun, kann ich nicht angeben.Katzen reinigen sich selbst durch Belecken ihres Pelzes viel regel-mäßiger als es Hunde thun. Andererseits scheinen ihre Zungen vielweniger für diese Arbeit passend zu sein als die längeren und be-weglicheren Zungen der Hunde.
Werden Katzen erschreckt, so stehen sie in voller Höhe da undkrümmen ihren Rücken in einer bekannten lächerlichen Art. Siespucken, zischen oder knurren. Das Haar am ganzen Körper und be-sonders am Schwänze richtet sich auf. In den von mir beobachtetenFällen wurde der Basaltheil des Schwanzes aufrecht, der Endtheilnach einer Seite gebogen getragen. Aber zuweilen wird der Schwanz(siehe Fig. 15) nur ein wenig erhoben und fast von seiner Basis annach der einen Seite gebogen. Die Ohren werden zurückgezogen unddie Zähne exponirt. Wenn zwei junge Kätzchen mit einander spielen,so versucht das eine häufig das andere in dieser Weise zu erschrecken.Hach dem, was wir in früheren Capiteln gesehen haben, sind sämmt-