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Der Ausdruck der Gemüthsbewegungen bei dem Menschen und den Thieren
Entstehung
Seite
79
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«I»

Cap. 4. Laute. 7 c)

Äußerung u. s. w., wir in der Tliat die Muskelthätigkeit, welcheden Klang hervorbringt, in derselben Weise beurtlieilen, wie wirdie Muskelthätigkeit überhaupt beurtlieilen. Dies läßt aber die fei-nere und specifischere Wirkung, welche wir den musikalischenAusdruck des Gesanges nennen, das durch seine Melodie oderselbst durch die einzelnen die Melodie erst zusammensetzenden Töne..hervorgerufene Entzücken, unerklärt. Es ist dies eine Wirkung,welche von der Sprache nicht definirt werden kann, welche auch,,. so viel ich weiß, Niemand zu analysiren im Stande gewesen ist,und welche die geistvolle Spekulation Herbukt Spescees über denUrsprung der Musik vollkommen unerklärt läßt. Denn es ist ganz,sicher, daß die melodische Wirkung einer Keihe von Tönen nichtim Allergeringsten von ihrer Stärke oder ihrer Schwäche, noch vonihrer absoluten Höhe abhängt. Eine Melodie bleibt immer die-selbe, mag sie nun laut oder schwach, von einem Kinde oder einem Erwachsenen gesungen, mag sie nun auf einer Flöte oder auf einerPosaune gespielt werden. Die rein musikalische Wirkung irgendeines Tones hängt von seiner Stellung in dem ab, was man tech-nisch die Tonleiter nennt; ein und derselbe Ton bringt hiernachabsolut verschiedene Wirkungen auf das Ohr hervor, je nachdem erin Verbindung mit der einen oder einer andern Reihe von Tönen.. gehört -wird.

Es ist also diese relative Association von Tönen das Moment,,von dem alle die wesentlich charakteristischen Wirkungen abhängen,welche man unter der Bezeichnung .musikalischer Ausdruck 1 zu-sammenfaßt. Warum aber gewisse Associationen von Tönen geradedie und die, andere jene Wirkungen haben, ist ein Problem, welchesnoch immer zu lösen bleibt. Allerdings müssen diese Wirkungenauf die eine oder die andere Weise mit den arithmetischen Verhält-nissen zwischen den Schwingungszahlen der Töne, welche eine musi-kalische Tonleiter bilden, in Verbindung stehen. Und es ist wohl,!möglich, doch ist dies eine bloße Vermuthung, . daß die grös-sere oder geringere mechanische Leichtigkeit, mit welcher derschwingende Apparat des menschlichen Kehlkopfes aus einemSchwingungszustand in den andern übergeht, eine der ursprüng-,,liehen Ursachen gewesen ist, weshalb verschiedene Reihen von Tönenein größeres oder geringeres Vergnügen hervorgerufen haben.

Lassen wir aber diese verwickelten Fragen bei Seite und be-schränken wir uns auf die einfacheren Laute, so können wir wenig-stens einige der Gründe für die Association gewisser Arten von Tönen