Cap. 3.
Directe Wirkung des Nervensystems.
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Ideen lebhaft vor der Seele stehen, dann wird durch das Principassociirter Gewohnheiten die stärkste Neigung zu energischen Hand-lungen irgend welcher Art eintreten.
Sobald der Leidende sich dessen vollständig bewußt wird, daßnichts mehr gethan werden kann, nimmt Verzweiflung oder tieferKummer die Stelle des wahnsinnigen Schmerzes ein. Der Leidendesitzt bewegungslos da oder schwankt langsam hin und her. DieCirculation wird träge. Das Athrnen wird beinahe vergessen undtiefe Seufzer werden eingezogen. Alles dies wirkt auf das Gehirnzurück und es erfolgt bald Erschöpfung mit zusammengesunkenenMuskeln und stumpfen Augen. Da associirte Gewohnheit den Lei-denden nicht länger mehr zum Handeln treibt, so wird er von seinenFreunden zu willkürlichen Anstrengungen veranlaßt und dazu ge-drängt, nicht dem schweigenden bewegungslosen Kummer nachzu-geben. Anstrengungen reizen das Herz; dieses wirkt auf das Gehirnzurück und hilft dem Geiste seine schwere Last tragen.
Ist der Schmerz sehr heftig, so führt er sehr bald äußersteNiedergeschlagenheit oder Erschöpfung herbei. Aber zuerst ist er■ein Reizmittel und regt zu Handlungen an, wie wir sehen, wenn wirein Pferd peitschen, und wie es sich zeigt durch die schrecklichenQualen, die in fremden Ländern erschöpften Zugstieren beigebrachtwerden, um sie zu erneuerter Anstrengung anzutreiben. Furcht istandererseits die niederschlagendste von allen Gemüthserregungen; sieführt halcl die äußerste hilflose Erschöpfung herbei, gewissermaßenin Folge oder in Association mit den heftigsten und fortgesetztestenAnstrengungen der Gefahr zu entfliehen, wenn auch derartige Ver-suche factisch nicht gemacht worden sind. Nichtsdestoweniger wirktselbst äußerste Furcht häufig zu Anfang wie ein mächtiges Reiz-mittel. Ein durch Schreck zur Verzweiflung getriebener Mensch oderein Thier wird mit' wunderbarer Kraft begabt und ist notorisch imhöchsten Grade gefährlich.
Im Ganzen können wir schließen, daß das Princip der directenEinwirkung des Sensoriums auf den Körper, welches eine Folge derConstitution des Nervensystens und von Anfang an unabhängig vomWillen ist, in hohem Grade von Einfluß auf die Bestimmung vielerAusdrucksformen gewesen ist. Gute Beispiele hierfür werden von demZittern der Muskeln, dem Schwitzen der Haut, den modificirten Ab-sonderungen des Nahrungscanals und der Drüsen hei verschiedenenGemüthserregungen und Empfindungen dargeboten. Aber Thätig-