72 Allgemeine Gesetze des Ausdrucks. Cap. 3.
keiten dieser Art werden oft mit anderen combinirt, welche eineFolge unseres ersten Princips sind, nämlich, daß Handlungen, welchehäufig von directem oder indirectem Nutzen waren, um hei gewissenSeelenzuständen gewisse Empfindungen , Begierden u. s. w. zu be-friedigen oder zu erleichtern, noch immer unter analogen Umständendurch bloße Gewohnheit ausgeführt werden, obgleich sie von keinemNutzen sind. Wir sehen C-ombinationen dieser Art wenigstens zumTheil in den wahnsinnigen Geberden der Wuth und in dem Sich-winden unter äußerstem Schmerz und vielleicht auch in der ver-mehrten Thätigkeit. des Herzens und der Respirationsorgane. Selbstwenn diese und andere Gemüthsbewegungen oder Empfindungen ineiner sehr schwachen Art erregt werden, wird doch eine Neigungzu ähnlichen Handlungen in Folge der Macht lange associirter Ge-wohnheit ein treten; und diese Handlungen, welche am wenigstenunter der Controle des Willens stehen, werden allgemein am längstenbeibehalten. Gelegentlich ist auch unser Princip des Gegensatzesgleichfalls ins Spiel gekommen.
Es können schließlich so viele ausdrucksvolle Bewegungen durchdie drei Principien, welche nun erörtert worden sind, erklärt werden,— wie sich meiner Überzeugung nach noch im Laufe dieses Bandesheraussteilen ward, •—- daß wir hoffen dürfen, später alle Ausdrucks-formen hierdurch oder durch nahe analoge Principien erklärt zu sehen.Es ist indessen häufig unmöglich, zu entscheiden, wie viel Gewichtin jedem besondern Falle dem einen unserer Principien und wie vielGewicht dem andern beizulegen ist; und sehr viele Punkte in derLehre vom Ausdruck bleiben noch unerklärt.