Cap. 3.
Directe Wirkung des Nervensystems.
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wieder das Gehirn, welches umgekehrt auf den ganzen Körper zurück-wirkt. Die eben erwähnten zwecklosen Bewegungen und die ver-mehrte Herzthätigkeit können zum hauptsächlichsten Theil auf denerregten Zustand des Sensoriums 10 und auf den davon abhängigen,nicht geleiteten Uberschuß von Nervenkraft bezogen werden, wieMr. 11 wirket Spencer behauptet. Es verdient Beachtung, daß haupt-sächlich das Vorausempfinden eines Vergnügens und nicht sein wirk-licher Genuß es ist, welches zu zwecklosen und extravaganten Be-wegungen des Körpers und zum Ausstößen verschiedener Laute führt.Wir sehen dies an' unseren Kindern, wenn sie irgend ein großes Ver-gnügen oder ein besonderes Fest erwarten; auch Hunde, welchebeim Anblick eines Tellers mit Futter freudig umher gesprungen sind,zeigen, wenn sie es bekommen, ihr Ergötzen durch kein äußerlichesZeichen, nicht einmal durch ein Wedeln ihres Schwanzes. Nun istbei Thieren aller Arten das Erreichen beinahe aller ihrer Freudenmit Ausnahme derer der Wärme und der Buhe mit lebendigen Be-wegungen associirt und ist lange so associirt gewesen, so beim Jagenoder beim Suchen nach Nahrung und bei ihrer Brautwerbung. Über-dies ist die bloße Anstrengung der Muskeln nach langer Buhe oderGefangenschaft an sich selbst schon ein Vergnügen, wie wir auch anuns fühlen, und wie war es an dem Spiele junger Thiere sehen. Nachdiesem letzten Principe allein schon dürften wir daher vielleicht er-warten, daß lebhaftes Vergnügen geneigt sein wird, sich umgekehrtin Muskelbewegungen anzuzeigen.
Bei allen oder beinahe allen Thieren, selbst bei Vögeln, ver-ursacht äußerste Angst ein Erzittern des Körpers. Die Haut w r ird
10 Wie mächtig heftige Freude das Gehirn erregt und wie das Gehirn aufden Körper zurückwirkt, zeigt sich sehr deutlich in den seltenen Fällen sogenannterpsychischer Intoxicationen. Dr. J. Crichton Browne erzählt (Medical Mirror,1865) den Fall von einem jungen Menschen eines stark nervösen Temperaments,welcher heim Empfang eines Telegramms mit der Nachricht, daß er ein Vermögengeerbt habe, zuerst blaß, dann heiter und bald ganz ausgelassen, aber erhitzt undruhelos wurde. Er machte dann mit einem Freunde einen Spaziergang, um sichzu beruhigen, kehrte aber mit stolperndem Gange, ausgelassen laut lachend, reiz-barer Stimmung, beständig sprechend und laut in den Straßen singend zurück.Es wurde ganz positiv ermittelt, daß er kein spirituöses Getränk berührt hatte,obschon ihn Jedermann für betrunken hielt. Nach einiger Zeit trat Erbrechen ein;der halbverdaute Mageninhalt wurde untersucht; es ließ sich aber auch hier keinGeruch von Alkohol nachweisen. Er fiel dann in tiefen Schlaf und war heimErwachen gesund, ausgenommen, daß er über Kopfschmerzen, Übelkeit und Kraft-losigkeit klagte.
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