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Der Ausdruck der Gemüthsbewegungen bei dem Menschen und den Thieren
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Allgemeine Gesetze des Ausdrucks.

Cap. 3.

blaß, es bricht Schweiß aus und die Maare sträuben sich. Die Ab-sonderungen des Nahruugscanals und der Nieren werden vermehrt,und sie werden unwillkürlich entleert in Folge der Erschlaffung derSchließmuskeln, wie es ja bekanntlich bei dem Menschen der Fallist und wie ich es bei Kindern, Hunden, Katzen und Affen gesehenhabe. Das Atlimen ist beschleunigt. Das Herz schlägt schnell, wildund heftig. Oh es aber das Blut auch wirksamer durch den Körperpumpt, dürfte bezweifelt werden; denn die Oberfläche des Körperserscheint blutlos und die Kraft der Muskeln schlägt sehr bald fehl.Bei einem erschreckte)! Pferde habe ich das Schlagen des Herzensdurch den Sattel hindurch so deutlich gefühlt, daß ich die Schlägehätte zählen können. Die Geistesthätigkeiten werden bedeutend ge-stört. Äußerste Erschöpfung folgt bald und selbst Ohnmacht. Manhat gesehen, daß ein erschrockener Ganarienvogel nicht bloß erzitterteund um die Basis seines Schnabels herum weiß wurde, sondern inOhnmacht fiel 11 , und einmal habe ich in einem Zimmer ein Roth-kehlchen gefangen, welches so vollständig in Ohnmacht lag, daß icheine Zeit lang glaubte, es sei todt.

Die meisten dieser Symptome sind wahrscheinlich das directevon Gewohnheit unabhängige Resultat des gestörten Zustandes desSensoriums. Es ist aber zweifelhaft, ob sie alle auf diese Weise er-klärt werden können. Wenn ein Thier beunruhigt wird, so steht esbeinahe immer für einen Augenblick bewegungslos da, um seine Sinnezu sammeln und die Quelle der Gefahr zu ermitteln, zuweilen auchzum Zwecke, der Entdeckung zu entgehen. Sehr bald folgt aber kopf-lose Flucht, ohne die Körperkraft wie beim Kampfe zu Rathe zuhalten, und das Thier flieht so lange fort, wie die Gefahr währt, bisäußerste Erschöpfung mit unterbrochener Respiration und Circulatiou,mit zitternden Muskeln des ganzen Körpers und profusem Schweißeein ferneres Fliehen unmöglich macht. Es scheint daher nicht un-wahrscheinlich zu sein, daß das Princip der associirten Gewohnheitzum Theil einige der oben erwähnten characteristischen Symptomedes äußersten Schrecks erklärt, mindestens daß derartige Gewohn-heiten dieselben verstärken.

Daß das Princip associirter Gewohnheiten bei der Verursachungvon Bewegungen, welche für die in vorstehendem erwähnten verschie-denen heftigen Gemiithserregungen und Empfindungen ausdrucksvollsind, eine bedeutende Rolle gespielt hat, können wir, wie ich glaube,

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Dr. Darwin, Zoonomia. Vol. I. 1794, p. 148.