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Der Ausdruck der Gemüthsbewegungen bei dem Menschen und den Thieren
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Cap. 3.

Directe Wirkung des Nervensystems.

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täten, zunächst dann diejenigen der unteren und endlich diejenigendes ganzen Körpers s .

Eine Gemüthserregung kann sehr stark sein und wird doch nurwenig geneigt sein, Bewegungen irgend einer Art herbeizuführen,wenn sie nicht gewöhnlich zu einer willkürlichen Handlung behufsihrer Erleichterung oder Befriedigung geführt hat; und wenn Beweg-ungen erregt werden, so wird deren Natur in einem hohen Gradedurch diejenigen bestimmt, welche unter derselben Erregung häufigunwillkürlich zu einem bestimmten Zwecke ausgeführt worden sind.Große Schmerzen treiben alle Thiere und haben dieselben währendzahlloser Generationen dazu getrieben, die heftigsten und verschieden-artigsten Anstrengungen zu machen, der Ursache des Leidens zu ent-fliehen. Selbst wenn eine Gliedmaße oder ein anderer besondererTheil des Körpers verletzt wird, sehen wir oft eine Neigung, den-selben zu schütteln, als gälte es, die Ursache abzuschütteln, obschondies offenbar unmöglich wäre. Auf diese Weise kann eine Gewohnheit,mit der äußersten Kraft alle Muskeln anzustrengen, sich entwickelthaben, so oft heftige Schmerzen empfunden werden. Da die Muskelnder Brust und der Stimmorgane ganz beständig gebraucht werden, sowerden diese besonders der Erregung ausgesetzt sein, und es werdenlaute, scharfe Schreie und Angstrufe ausgestoßen werden. Aber wahr-scheinlich ist auch der Vortlieil, den das Thier vom. Schreien erlangt,mit ins Spiel gekommen; denn die Jungen der meisten Thiere rufen,wenn sie in Angst oder Gefahr sind, laut nach ihren Eltern umHülfe, wie auch die Mitglieder einer und derselben Gemeinschafteinander um Hülfe anrufen.

Ein anderes Princip, nämlich das innerliche Bewußtwerden derThatsache, daß die Kraft oder die Fähigkeit des Nervensystems be-schränkt ist, wird, wenn auch nur in einem untergeordneten Grade,die Neigung zu heftigen Handlungen im äußersten Leiden verstärkthaben. Ein Mensch kann nicht tief nachdenken und gleichzeitig seineMuskelkraft auf das Äußerste anstrengen. Wie Hipfokeates schonvor langer Zeit bemerkt hat: wenn zwei Schmerzen zu einer undderselben Zeit gefühlt werden, so übertäubt der heftigere den andern.Märtyrer sind in der Ekstase ihrer religiösen Schwärmerei wie esscheint häufig für die schauderhaftesten Qualen unempfindlich gewesen.

8 Sir H. Holland bemerkt (Medical Notes and Reflexions. 1839, p. 328)bei Besprechung jenes merkwürdigen in allgemeiner nervöser Unruhe bestehendenKörperzustandes, daß erFolge der Anhäufung irgend einer Erregungsursache zusein scheint, welche zu ihrer Erleichterung der Muskelbewegungen bedarf.