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Der Ausdruck der Gemüthsbewegungen bei dem Menschen und den Thieren
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Cap. 3.

Directe "Wirkung des Nervensystems.

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auch im Stande sein, etwas wenn auch sehr wenig Licht auf dasunwillkürliche Emporsträuben des Haares bei den Erregungen desSchrecks und der Wuth zu werfen. , Die Thränenabsonderung hängtohne Zweifel von dem Zusammenhänge gewisser Nervenzellen ab; aberauch hier können wir einige wenige der Schritte verfolgen, durchwelche der Abfluß von Nervenkraft den erforderlichen Canälen ent-lang unter gewissen Seelenerregungen gewohnheitsgemäß geworden ist.

Eine kurze Betrachtung der äußeren Zeichen einiger der hef-tigeren Empfindungen und Gemüthserregungen wird am besten dazudienen, uns, wenn auch nur im allgemeinen Umrisse zu zeigen, inwelcher complicirten Art und Weise das hier betrachtete Princip derdirecten Thätigkeit des erregten Nervensystems auf den Körper mitdem Principe gewohnheitsgemäß associirter zweckmäßiger Beweg-ungen verbunden ist.

Wenn Thiere von einem Anfalle äußersten Schmerzes leiden,so winden sie sich meist in fürchterlichen Verdrehungen herum, unddiejenigen, welche gewöhnlich ihre Stimme gebrauchen, stoßen durch-dringende Schreie oder Geheul aus. Fast jeder Muskel des Körperswird in heftige Thätigkeit versetzt. Bei dem Menschen ist der Munddicht zusammengepreßt , oder gewöhnlicher sind die Lippen zurück-gezogen, während die Zähne zusammengepreßt sind oder knirschen.Man sagt, daß in der HölleZähne-klappern sei; ich habe dasKnirschen der Backenzähne deutlich auch bei einer Kuh gehört, welchesehr heftig an einer Entzündung der Eingeweide litt. Als der weib-liche Hi'ppopotanms im zoologischen Garten seine Jungen zur Weltbringen wollte, litt er heftig. Das Thier gieng unaufhörlich herumoder wälzte sich auf den Seiten, öffnete und schloß die Kinnladenund schlug die Zähne aufeinander 4 . Bei dem Menschen starren dieAugen wie im fürchterlichsten Erstaunen wild hinaus oder die Augen-brauen sind heftig zusammengezogen. Der Körper ist von Schweißgebadet und Tropfen rieseln das Gesicht herab. Die Circulation undRespiration sind bedeutend afficirt. Die Nasenlöcher sind daher meisterweitert und erzittern oft, oder der Athem wird so lange angehalten,bis das Blut in dem purpurrothen Gesichte stillsteht. Wenn dieSeelenangst sehr heftig und lang anhaltend ist, so verändern sichalle diese Anzeichen. Die äußerste Erschöpfung folgt mit Ohnmächtenoder Convulsionen.

4 Mr. Bartlett, Notes on the Birth of a Hippopotamus. Proceed. Zoolog.Soc. 1871, p. 255.