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Der Ausdruck der Gemüthsbewegungen bei dem Menschen und den Thieren
Entstehung
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Cap. 2.

Princip des Gegensatzes.

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so ist es äußerst zweifelhaft, ob irgend welche von ihnen ursprüng-lich mit Vorbedacht erfunden und mit Bewußtsein ausgeführt wordensind. Beim Menschen ist das beste Beispiel einer Geberde, welchein einem directen Gegensätze zu anderen, naturgemäß unter einementgegengesetzten Seelenzustande ausgeführten Bewegungen steht,das Zucken mit den Schultern. Dies drückt Unfähigkeit oder eineEntschuldigung aus, es bezeichnet etwas, was nicht gethan wer-den kann oder was nicht vermieden werden kann. Die Geberde wirdzuweilen bewußt und willkürlich gebraucht; es ist aber äußerst un-wahrscheinlich, daß sie ursprünglich mit Vorbedacht erfunden undspäter durch Gewohnheit fixirt worden ist; es zucken nämlich nichtallein kleine Kinder in den oben bezeichneten Gemüthszuständen mitihren Achseln, sondern die Bewegung ward auch, wie in einem spä-tem Capitel gezeigt werden wird, von verschiedenen untergeordnetenBewegungen begleitet, dessen sich nicht ein Mensch unter tausendbewußt wird, wenn er nicht speciell dem Gegenstände seine Auf-merksamkeit zugewendet hat.

Wenn Hunde sich einem fremden Hunde nähern, so können siees unter Umständen für zweckmäßig halten, durch ihre Bewegungenzu erkennen zu geben, daß sie freundlich gesinnt sind und nicht zukämpfen wünschen. Wenn zwei junge Hunde im Spielen einanderanknurren und sich in das Gesicht und die Beine beißen, so ver-stehen sie offenbar unter einander ihre Geberden und Manieren. Esscheint geradezu bei jungen Hunden und Katzen ein gewisser Gradinstinctiver Kenntnis davon zu existiren, daß sie ihre kleinen scharfenZähne oder Krallen beim Spielen nicht zu derb gebrauchen dürfen,doch kommt letzteres zuweilen vor und dann ist ein Gewinsel dasEnde vom Lied; im andern Falle würden sie wohl oft sich gegen-seitig die Augen verletzen. Wenn mein Pintscher mich im Spielenin die Hand beißt, oft gleichzeitig dazu knurrend, und ich sage dann,wenn er zu stark beißt, zu ihm:ruhig, ruhig, so beißt er zwarweiter, antwortet mir aber doch mit ein paar wedelnden Bewegungendes Schwanzes, was zu bedeuten scheint:es schadet nichts, es istja nur Spaß. Obgleich nun wohl Hunde in dieser Weise anderenHunden und dem Menschen wirklich ausdrücken und auszudrückenwünschen können, daß sie freundlicher Stimmung sind, so ist dochnicht zu glauben, daß sie jemals mit Vorbedacht daran gedachthätten, ihre Ohren zurückzuziehen und herabzuschlagen statt sie auf-recht zu halten, ihren Schwanz herabhängen zu lassen und damitzu wedeln, anstatt ihn steif und aufgerichtet zu tragen u. s. w., weil