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Der Ausdruck der Gemüthsbewegungen bei dem Menschen und den Thieren
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Cap. 1.

Associirte Bewegungen bei Thieren.

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der gewöhnlichen und der persischen Rassen (welche manche Natur-forscher für specifisch verschieden halten), daß sie, wenn sie gemiith-licli auf einem warmen Shawl oder auf einem andern weichen Gegen-stände liegen, diesen ruhig und abwechselnd mit ihren Vorderfüßenbeklopfen; ihre Zehen sind ausgebreitet und die Krallen leicht vor-gestreckt, genau so, als wenn sie an ihrer Mutter saugten. Daßdies dieselbe Bewegung ist, zeigt sich deutlich daraus, daß sie zuderselben Zeit häufig einen Zipfel von einem Shawl in ihr Maul neh-men und daran saugen, wobei sie meist ihre Augen schließen undvor Entzücken schnurren. Diese merkwürdige Bewegung wird ge-wöhnlich nur in Association mit der Empfindung einer warmen weichenOberfläche erregt. Ich habe aber eine alte Katze gesehen, welchesich freute, daß ihr Rücken gekratzt wurde, und welche nun die Luftmit ihren Füßen in ganz derselben Weise klopfte, so dass diese Hand-lung beinahe der Ausdruck für eine angenehme Empfindung geworden ist.

Da ich einmal auf den Act des Saugens zu sprechen gekommenbin, will ich noch hinzufügen, daß diese zusammengesetzte Bewegungebenso wie das abwechselnde Vorstrecken der Vorderfüße eine Reflex-bewegung ist; denn beide Handlungen werden ausgeführt, wenn einmit Milch angefeuchteter Finger in den Mund eines jungen Hundesgesteckt wird, bei dem der Vordertheil des Gehirns entfernt wordenist 17 . Man hat neuerdings in Frankreich angegeben, daß die Thätig-keit des Saugens allein durch den Geruchssinn erregt werde, so daßein junger Hund, wenn seine Riechnerven zerstört werden, niemalssauge. In gleicher Weise scheint die wunderbare Fähigkeit, welcheein junges Hühnchen nur wenige Stunden nach dem Auskriechenbesitzt, kleine Nahrungstheil dien aufzupicken, durch den Gehörsinnin Thätigkeit gesetzt worden zu sein; denn bei Hühnchen, welchedurch künstliche Wärme ausgebrütet worden waren, hat ein tüchtigerBeobachter gefunden, daßein mit dem Fingernagel auf einem Brettegemachtes Geräusch, um das Picken der Henne nachzuahmen, diejungen Hühnchen zuerst gelehrt hat, ihre Nahrung aufzupicken 18 .

Ich will nur noch ein anderes Beispiel einer gewohnheitsgemäßenund zwecklosen Bewegung hinzufügen. Die Spießente (Tadorna) er-nährt sich auf den von den Fluthen unbedeckt gelassenen sandigenDünen; sobald nun eine Wurmröhre entdeckt wird,fängt sie an,den Boden mit ihren Füßen zu schlagen, gewissermaßen, als wenn

17 Carp enter, Principles of Comparative Physiology. 1854, p. fi90, undJ. 4Iüller, Physiologie, engl. Übers. II. Bd., p. 936.

la Mowbray, on Poultrv. 6. edit. 1830, p. 54.