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Allgemeine Gesetze des Ausdrucks.
Cap. 1.
nagte; denn es hätte niemals seinen eigenen Rücken benagen können.Wenn ein Pferd stark gejuckt wird, wie es beim Striegeln geschieht,so wird seine Begierde, irgend etwas zu beißen, so unwiderstehlichstark, daß es die Zähne zusammenschlägt und auch, wenn schon nichtmit bösem Willen, den Wärter beißt. In Folge der Gewohnheitschlägt es gleichzeitig seine Ohren dicht herab, gewissermaßen umsie vor dem Gebissenwerden zu schützen, als wenn es mit einemandern Pferde kämpfte.
Ist ein Pferd voll Eifer, einen Weg anzutreten, so nähert es sich 1der gewohnheitsgemäßen Bewegung des Fortschreitens auf die größtmögliche Art dadurch, daß es auf den Boden stampft. Wenn nunPferde im Stalle gefüttert werden sollen und sie erwarten ihren Haferängstlich, so stampfen sie das Pflaster oder das Stroh. Zwei meinerPferde benehmen sich in dieser Weise, wenn sie sehen oder hören,daß der Hafer ihren Nachbarn gegeben wird. Hier haben wir aberEtwas vor uns, was man beinahe Ausdruck nennen könnte, da dasStampfen des Bodens allgemein als ein Zeichen der Begierde aner-kannt wird.
Katzen decken ihre Excremente beider Arten mit Erde zu; meinGroßvater aber sah u ', wie eine junge Katze Asche auf einen Löffelvoll reinen Wassers scharrte, der auf dem Herde vergossen war, sodaß hier eine gewohnheitsgemäße oder instinctive Handlung irrthüm-licli nicht durch eine vorausgehende Handlung oder durch den Geruch,sondern durch das Gesicht erregt wurde. Es ist sehr bekannt, daßKatzen ungern ihre Füße naß machen, wahrscheinlich, weil sie ur-sprünglich die trockenen Theile von Ägypten bewohnt haben; undwenn sie ihre Füße naß machen, so schütteln sie sie heftig. MeineTochter goß etwas Wasser in ein Glas dicht neben dem Kopfe einerjungen Katze, sofort schüttelte diese ihre Füße in der gewöhnlichenArt und Weise, so daß wir hier eine gewohnheitsgemäße Bewegunghaben, die irrthiimlich durch einen associirten Laut statt durch denGefühlssinn erregt wurde.
Junge Katzen, junge Hunde, junge Schweine und wahrscheinlichviele andere junge Thiere stoßen mit ihren Vorderfüßen gegen dieMilchdrüsen ihrer Mütter, um eine reichlichere Milchabsonderung zuerregen oder sie zum Fließen zu bringen. Es ist nun bei jungenKatzen sehr gewöhnlich und durchaus nicht selten bei alten Katzen
10 Dr. Darwin, Zoonomia Vol. I. 1794, p. 160. Icli finde in diesem Werkeauch die Thatsache erwähnt (p. 151), daß die Katzen ihre Füße ausstrecken,wenn sie vergnügt gestimmt sind.