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Allgemeine Gesetze des Ausdrucks.
Cap. 1.
wisse Handlungen, die denen des Niesens und Hustens gewisserweiseanalog sind, auszuführen, namentlich, daß sie nicht im Stande sind,sich zu schnauben (d. h. ihre Nase zusammenzudrücken und heftigdurch den engen Gang zu blasen), und daß sie nicht im Stande sind,ihren Hals von Schleim zu reinigen. Die Ausführung dieser Actehaben sie zu lernen, und doch werden diese von uns, wenn wir etwasälter sind, beinahe so leicht wie Reflexthätigkeiten vollzogen. Niesenund Husten indessen können nur theilweise oder durchaus gar nichtvom Willen controlirt werden, während das Reinmachen des Halsesoder das Räuspern und das Schnauben der Nase vollständig unterunserer Herrschaft stehen.
Wenn wir das Vorhandensein eines reizenden Körperchens inunserer Nase oder unserer Luftröhre merken, d. h. wenn dieselbenempfindenden Nervenzellen gereizt werden, wie es beim Niesen undHusten eintritt, so können wir willkürlich die Körperchen entfernendadurch, daß wir mit Kraft Luft durch diese Gänge liindurchtreiben.Wir können dies aber nicht mit nahezu derselben Kraft, Schnellig-keit und Präcision thun, wie bei einer Reflexbewegung. In diesemletztem Falle erregen allem Anscheine nach die empfindenden Nerven-zellen die motorischen Nervenzellen ohne irgend welche Verschwend-ung von Kraft, wie es der Fall ist, wenn sie zuerst mit den Hemi-sphären des großen Gehirns in Communication treten — dem Sitzeunseres Bewußtseins und unseres Willens. In allen Fällen scheint eintiefliegender Antagonismus zwischen denselben Bewegungen, je nach-dem sie durch den Willen oder durch einen Reflexreiz angeregtwerden, in der Kraft zu bestehen, mit denen sie ausgeführt, und inder Leichtigkeit, mit welcher sie erregt werden. Claude Bebnabdbehauptet daher: „L’influence du cerveau tend donc ä entraver les„mouvements reflexes, ä limiter leur force et leur etendue 11 .“
Der bewußte Wunsch, eine Reflexhandlung auszuführen, hemmtoder unterbricht zuweilen ihre Ausführung, obschon die gehörigenempfindenden Nerven gereizt sein können. Vor vielen Jahren giengich z. B. eine kleine Wette mit einem Dutzend junger Leute ein,daß sie nicht niesen würden, wenn sie Schnupftabak nähmen; ob-schon sie alle erklärten, daß sie es ausnahmslos thäten. Demzufolgenahmen sie alle eine Prise; da sie aber sämmtlich zu gewinnenwünschten, nieste nicht einer, obschon sich ihre Augen mit Wasserfüllten, und alle ohne Ausnahme hatten mir die Wette zu bezahlen.
11 s. die sehr interessante Erörterung über den ganzen Gegenstand inCI. Bernard, Tissus Vivants. 1866, p. 353—356.