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Der Ausdruck der Gemüthsbewegungen bei dem Menschen und den Thieren
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Allgemeine Gesetze des Ausdrucks.

Cap. 1.

Bewegung, welche mit dem Wunsche, einen bestimmten Gegenstandzu erlangen, associirt war, wird im Verlaufe der vorliegenden Dar-stellung noch mitgetheilt werden.

Es gibt noch andere Handlungen, welche gemeiniglich untergewissen Umständen, unabhängig von Gewohnheit, ausgeführt werdenund welche die Folge einer Nachahmung oder irgend einer Art vonSympathie zu sein scheinen. So kann man zuweilen Personen sehen,welche, wenn sie irgend etwas mit einer Scheere schneiden, ihreKinnbacken in gleichem Tempo mit den Scheerenblättern bewegen.Wenn Kinder schreiben lernen, so drehen sie häufig so wie sie ihreFinger bewegen, die Zunge in einer lächerlichen Weise umher. Wirdein öffentlich auftretender Sänger plötzlich etwas heiser, so kannman hören, wie viele der Zuhörer sich zu räuspern beginnen, umihren Hals frei zu machen; dies hat mir ein Herr versichert, aufden ich mich verlassen kann; es kommt hier aber wahrscheinlichGewohnheit mit ins Spiel, da wir uns unter ähnlichen Umständeneben selbst räuspern würden. So ist mir auch gesagt worden, daßbeim Wetthüpfen viele der Zuschauer, gewöhnlich Männer und Knaben,zu derselben Zeit, wo die Ausführenden ihre Sprünge machen, auchihre Füße bewegen; aber auch in diesem Falle kommt wahrscheinlichGewohnheit ins Spiel; es ist wenigstens sehr zweifelhaft, ob Frauenes auch so machen würden.

Reflexthätigkeiten. Reflexbewegungen im strengenSinne des Ausdrucks sind Folgen der Erregung eines peripherischenNerven, welcher seinen Einfluß gewissen Nervenzellen überliefert,worauf dann diese ihrerseits wieder gewisse Muskeln oder Drüsenzur Thätigkeit anregen; und alles dies kann ohne irgend eine Em-pfindung oder ein Bewußtwerden unsererseits stattfinden, obschon esoft hiervon begleitet wird. Da viele Reflexthätigkeiten für den Aus-

mittirend auf, zuweilen viele Nächte hindurch gar nicht, und zuweilen beinaheunaufhörlich während eines Theiles fast jeder Nacht. Sie wird, wie es bei seinemVater der Fall war, mit dem rechten Arme ansgeführt.

Eines seiner Kinder, ein Mädchen, hat dieselbe Eigentümlichkeit geerbt;sie führt sie gleichfalls mit der rechten Hand ans, aber in einer unbedeutendmodificirten Form; denn nachdem sie den Arm erhoben hat, läßt sie die Hand-wurzel nicht auf den Nasenrücken fallen, sondern die Innenfläche der halb-,,geschlossenen Hand fällt über das Gesicht herab, dasselbe ziemlich schnell strei-chend. Auch bei diesem Kinde ist das Auftreten dieses Zugs sehr intermit-tirend; er erscheint ganze Perioden hindurch für Monate nicht, kommt aber zu-weilen unaufhörlich vor.