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Der Ausdruck der Gemüthsbewegungen bei dem Menschen und den Thieren
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Cap. 1. Zweckmäßige Handlungen associirt. 29

treffenden Seite emporwölbte, obgleich natürlich da oben nichts zusehen war.

In den meisten der vorstehend angeführten Fälle können wireinsehen, in welcher Weise die associirten Bewegungen durch Ge-wohnheit erlangt worden sind; bei manchen Individuen sind abergewisse fremdartige Geberden oder besondere Züge in Associationmit gewissen Seelenzuständen aufgetreten, welche von gänzlich un-erklärbaren Ursachen abhängen und zweifellos vererbt werden. Aneinem andern Orte habe ich einen Fall meiner eigenen Erfahrung voneiner außerordentlichen und zusammengesetzten Geberde erzählt,welche mit angenehmen Gefühlen associirt und von dem Vater seinerTochter überliefert war, ebenso noch einige andere analoge That-sachen 8 . Ein anderes merkwürdiges Beispiel einer alten vererbten

8 s.Das Variiren der Tliiere und Pflanzen im Zustande der Domestication2. Bd., S. 7. Die Vererbung gewohnheitsgemäßer Geberden ist für uns vonsolcher Bedeutung, daß ich gern Mr. Gal ton s Erlaubnis benutze, den folgendenmerkwürdigen Fall in seinen eigenen Worten mitzutheilen:Die folgendeSchilderung einer bei Individuen von drei aufeinander folgenden Generationenauftretenden Gewohnheit ist von eigenthümlicliem Interesse, da dieselbe währenddes gesunden festen Schlafes eintritt und daher nicht durch Nachahmung erklärtwerden kann, sondern durchaus natürlich sein muß. Die Einzelnheiten sindvollkommen zuverlässig, denn ich habe ihnen ganz eingehend nachgeforscht undspreche nach zahlreichen und unabhängig von einander erlangten Beweisen. DieFrau eines Herrn von sehr angesehener Stellung fand, daß derselbe die eigen-thiimliohe Angewöhnung hatte, wenn er in festem Schlafe auf dem Kücken inseinem Bette lag, seinen rechten Arm langsam vor seinem Gesichte aufwärtsbis zur Stirn zu erheben und ihn dann mit einem Schwünge wieder fallen zulassen, so daß die Handwurzel schwer auf seinen Nasenrücken fiel. Diese Be-legung kam nicht in jeder Nacht vor, sondern nur gelegentlich und zwar un-abhängig von irgend einer etwa zu ermittelnden Ursache. Zuweilen wurde die Be-legung eine Stunde lang und noch länger unaufhörlich wiederholt. Die Nasedes Herrn war ziemlich vorstehend und ihr Rücken wurde von den erhaltenenSchlägen häufig schmerzhaft. Einmal wurde eine fatale Wunde dadurch veranlaßt,welche lange Zeit zum Heilen brauchte, und zwar wegen der Nacht für Nachteintretenden Wiederholung der Schläge, die sie zuerst hervorgerufen hatten.Seine Frau mußte den Knopf vom Ärmel seines Nachthemdes entfernen, da ermehrere starke Kratzwunden verursacht hatte; auch wurden mehrere Mittel ver-bucht, den Arm festzubinden.

Viele Jahre nach dem Tode dieses Herrn heiratliete sein Sohn eine Dame,welche niemals von dem Familienereignis gehört hatte. Sie beobachtete indessengenau dieselbe Eigenthümlichkeit an ihrem Manne; da aber dessen Nase nichtbesonders vorragend ist, hat diese bis jetzt noch nicht unter den Schlägen zuleiden gehabt. Die merkwürdige Bewegung tritt nicht ein, wenn er nur halbim Schlafe ist, so z. B. wenn er in seinem Armsessel nickt; im Moment aber,wo er fest einschläft, tritt sie leicht ein. Sie tritt wie bei seinem Vater iuter-