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Der Ausdruck der Gemüthsbewegungen bei dem Menschen und den Thieren
Entstehung
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Cap. 1.

Zweckmäßige Handlungen associirt.

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sich zu vergegenwärtigen, daß Handlungen leicht mit anderen Hand-lungen oder mit verschiedenen Zuständen der Seele associirt werden,daß ich ziemlich viele Beispiele anführen will; an erster Stelle solche,welche sich auf den Menschen, und später die, welche sich auf dieniederen Thiere beziehen. Einige der Beispiele sind von einer sehruntergeordneten Natur; sie dienen aber unserem Zwecke eben so gutwie bedeutungsvollere Gewohnheiten. Jedermann ist bekannt, wieschwierig oder selbst unmöglich es ist, ohne wiederholte Versuchedie Gliedmaßen in gewissen entgegengesetzten Richtungen zu bewegen,welche niemals geübt worden sind. Analoge Fälle kommen hei Em-pfindungen vor, wie in dem bekannten Experiment, eine kleine Kugelzwischen den Spitzen zweier übereinander gekreuzter Finger zu rollen,wo man dann vollständig das Gefühl von zwei Kugeln erhält. EinJeder sucht sich, wenn er auf den Boden fällt, durch Ausstreckenseiner Arme zu schützen; und wie Prof. Anxsox bemerkt, hat: nurWenige können es über sich gewinnen, nicht so zu handeln, wenn siesich absichtlich auf ein weiches Bett fallen lassen. Wenn man ausdem Hause hinausgeht, so zieht man seine Handschuhe völlig unbe-wußt an; dies könnte nun eine äußerst einfache Operation zu seinscheinen. Wer aber einmal ein Kind gelehrt hat, Handschuhe anzu-ziehen, weiß, daß dies durchaus nicht der Fall ist.

Ist unsere Seele lebendig erregt, so sind es auch die Bewegungenunseres Körpers. Aber hier kommt ein anderes Moment außer derGewohnheit, nämlich der einer Leitung entbehrende Überschuß anNervenkraft zum Tlieil mit in's Spiel. Nokfouk sagt, wo er vomCardinal Wolsey spricht:

Seltsamer Aufruhr

Ist ihm im Hirn: er heißt die Lippe, starrt;

Hiilt plötzlich an den Schritt, blickt auf die Erde,

Legt dann die Finger an die Schläfe; stracks,

Springt wieder auf, läuft schnell, steht wieder still,

Schlägt heftig seine Brust; und gleich drauf reißt erDie Augen auf zum Mond: seltsame StellungSahn wir hier an ihm wechseln.

König Heinrich der Achte, 3. Aufz., 2 . Scene.(Schlegel und Tieck.)

herausgeg. von Kosenthal, Leipzig, 1871, S. 290):Es kann als eine Hegel

aufgestellt werden, daß wenn zwei geistige Zustände häufig und lebhaft zusam-men oder hintereinander hervorgerufen werden, die spätere Hervorbringung deseinen genügt, um den andern hervorzurufen; und zwar geschieht dies, ob wir eswünschen oder nicht.