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Der Ausdruck der Gemüthsbewegungen bei dem Menschen und den Thieren
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Allgemeine Gesetze des Ausdrucks.

Cap. 1.

lassen seines Puppengehäuses, wie sich aus dem Staube auf seinennicht verdrückten Flügelschuppen ergibt, ruhig in der Luft stehensehen, seinen langen haarähnlichen Rüssel entrollt und in die kleinstenÖffnungen der Blüthen eingesenkt. Ich glaube, Niemand hat jemals ge-sehen, daß dieser Schmetterling die Ausführung seiner schwierigen Auf-gabe, welche ein so sicheres Zielen erfordert, erst habe lernen müssen.

Wenn eine ererbte oder instinctive Neigung zur Ausübung einerHandlung oder ein ererbter Geschmack für gewisse Arten von Nah-rung vorhanden ist, so ist häufig oder allgemein ein gewisser Gradvon Übung oder Gewohnheit hei dem Individuum erforderlich. Wirsehen dies an den Schriftarten des Pferdes und in einem gewissenGrade an dem Stellen der Vorstehehunde. Obschon manche jungeHunde das erste Mal, wo sie mit hinausgenommen werden, ganz vor-züglich stellen, so associiren sie doch oft die eigenthümliche geerbteStellung mit einer falschen Witterung oder seihst mit einem Gesichts-eindruck. Ich habe behaupten hören, daß wenn man einem Kalbegestattet, auch nur einmal an seiner Mutter zu saugen, es später vielschwieriger ist, es mit der Hand aufzuziehen 3 . Raupen, welche mitden Blättern einer Art von Bäumen gefüttert -worden sind, sind, wieman erfahren hat, eher vor Hunger umgekommen, als daß sie dieBlätter eines andern Baumes gefressen hätten, obschon dieser ihnenim Naturzustände ihre eigentliche Nahrung darbot 4 . Und so verhältes sich in vielen anderen Fällen.

Die Macht der Association wird von Jedermann zugegeben. Mr.Bain bemerkt, daßHandlungen, Empfindungen und Gefühlszustände,welche zusammen oder in dichter Aufeinanderfolge Vorkommen, zuverwachsen oder zusammen zu hängen streben, und zwar in einersolchen Weise, daß, wenn sich irgend eine von ihnen später der Seeledarbietet, die anderen in der Vorstellung hervorgerufen zu werden ge-zeigt sind 5 . Es ist für unseren Zweck so bedeutungsvoll, völlig

3 Eine Bemerkung beinahe desselben Sinnes haben vor langer Zeit schonHippocrates und dann der berühmte Harvey gemacht; beide behaupten näm-lich, daß ein junges Thier im Laufe weniger Tage die Kunst des Saugens ver-gißt und dieselbe nicht ohne einige Schwierigkeit sich wieder aneignen kann.Ich führe diese Behauptungen nach Dr. Darwins Zoonomia, Vol. I, 1794-,p. 140, an.

4 Siehe wegen der Autoritäten und in Bezug auf verschiedene analoge That-sachen: Das Variiren der Thiere und Pflanzen im Zustande der Domestication.2. Aufl. 2. Bd. 1873, S. 347 (Übersetzung).

5The Senses and tbe Intellect, 2. edit. 1864, p. 332. Professor Huxleybemerkt (Grundzüge der Physiologie in allgemein verständlichen Vorlesungen,