Cap. 1,
Zweckmäßige Handlungen associirt.
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Ausdehnung unabhängig von der Gewohnheit. — Wenndas Sensorium stark erregt wird, so wird Nervenkraft im Überschüsseerzeugt und in gewissen bestimmten Richtungen weitergeleitet, welchezum Theil von dem Zusammenhänge der Nervenzellen, zum Tlieilvon der Gewohnheit abhängen, oder die Zufuhr der Nervenkraft kannallem Anscheine nach unterbrochen werden. Es werden hierdurchWirkungen hervorgebracht, welche wir als ausdrucksvoll anerkennen.Dies dritte Princip kann der Kürze wegen das der directen Thätig-keit des Nervensystems genannt werden.
ln Bezug auf unser erstes Princip ist es bekannt, wie starkdie Macht der Gewohnheit ist. Die complicirtesten und schwierigstenBewegungen können mit der Zeit ohne die geringste Anstrengungund ohne Bewußtsein ausgefühlt werden. Man weiß nicht sicher,woher es kommt, daß Gewohnheit so wirksam in der Erleichterungcomplicirter Bewegungen ist. Physiologen nehmen aber an 2 , „daß„sich die Leitungsfähigkeit der Nervenfasern mit der Häufigkeit ihrer„Erregung ausbildet.“ Dies bezieht sich auf die Bewegungs- undEmpfindungsnerven ebensowohl wie auf die Nerven, welche mit demActe des Denkens in Zusammenhang stehen. Daß irgend eine physi-kalische Veränderung in den Nervenzellen oder den Nerven hervor-gebracht wird, welche gewohnheitsgemäß benutzt werden, kann kaumbezweifelt werden; denn im andern Falle wäre es unmöglich, zu ver-stehen, warum die Neigung zu gewissen erworbenen Bewegungen ver-erbt wird. Daß diese vererbt wird, sehen wir bei Pferden in ge-wissen vererbten Schrittarten, so im kurzen Galopp und im Paßgange,welche den Pferden nicht natürlich sind, im Stellen junger Vorstehe-hunde und im Spüren junger Hühnerhunde, in der eigenthümlichenFlugart gewisser Taubenrassen u. s. w. Wir haben analoge Fällebei dem Menschen in der Vererbung gewisser Züge und ungewöhn-licher Gesten, auf welche wir sofort zurückkommen werden. Fürdiejenigen, welche die allmähliche Entwicklung der Arten annehmen,wird ein äußerst auffallendes Beispiel der Vollendung, mit welcherdie schwierigsten consensuellen Bewegungen überliefert werden können,von einem Schmetterlinge, dem Rüsselschwärmer ( Macroglossa ), dar-geboten; man kann nämlich diesen Schwärmer kurz nach dem Ver-
2 J. Müller, Handbuch der Physiologie des Menschen, Bd. 2. 1840. S. 100.Siehe auch Mr. H. S p e n c e r ’ s interessante Speculationen über denselben Gegen-stand und über die Genesis der Nerven, in seinen Principles of Biolog}’, Vol. II.p. 346, und in seinen Principles of Psycholog}’ (2. edit.) p. 511—557.