Umleitung'.
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Natur sind. Es mag schon eine Verschiedenheit, wahrgenommen werden,und doch kann es, wie ich wenigstens gefunden habe, unmöglichsein, anzugehen, worin die Verschiedenheit besteht. Wenn ■wir Zeugeirgend einer tiefen Erregung sind, so wird unser Mitgefühl so starkerregt, daß wir vergessen oder daß es uns fast unmöglich wird, einesorgfältige Beobachtung anzustellen. Von dieser That.sache habe ichviele merkwürdige Belege erhalten. Unsere Einbildung ist eine andereund noch bedenklichere Quelle des Irrthums; denn wenn wir nach derNatur der Umstände irgend einen Ausdruck zu sehen erwarten, sobilden wir uns leicht seine Anwesenheit ein. Trotzdem Dr. Duchennegroße Erfahrung besaß, so glaubte er doch, wie er selbst angibt,lange Zeit, daß sich bei gewissen Seelenerregungen mehrere Muskelnzusammenzögen, während er sich zuletzt überzeugte, daß die Be-wegung anf einen einzelnen Muskel beschränkt war.
Um eine so gute Grundlage wie nur möglich zu gewinnen undum, unabhängig von der gewöhnlichen Meinung, zu ermitteln, in wieweit besondere Bewegungen der Gesichtszüge und eigenthümlicheGeberden wirklich gewisse Seelenzustände ausdrücken, habe ich diefolgenden Mittel als die nützlichsten befunden. An erster Stelle sindKinder zu beobachten: denn sie bieten, wie Sir Cn. Bell bemerkt,viele seelische Erregungen „mit außerordentlicher Kraft“ dar, währendim späteren Leben mehrere unserer Ausdrucksarten „aufhören, der„reinen und einfachen Quelle zu entspringen, aus welcher sie in der„Kindheit hervorgehen“ ls .
An zweiter Stelle kam mir der Gedanke, daß man Geisteskrankestudiren müsse, da sie Ausbrüchen der stärksten Leidenschaften aus-gesetzt sind, ohne sie irgendwie zu controliren. Ich selbst hatte keineGelegenheit dies zu thun; ich wandte mich daher an Dr. Maudslkyund erhielt von ihm eine Empfehlung an Dr. J. Obiohton Beownk,welcher eine außerordentlich große Irrenheilanstalt in der Nähe vonWakefield leitet ruyl, wie ich fand, dem Gegenstände bereits Auf-merksamkeit geschenkt hatte. Dieser vorzügliche Beobachter hat mirmit unermüdlicher Freundlichkeit zahlreiche Notizen und Beschreib-ungen mit werthvollen Andeutungen über viele Punkte gesandt, undich kann den Werth seiner Unterstützung kaum überschätzen. Ichverdanke auch der Freundlichkeit des Mr. Patrick Nicol von derSussex-Irrenanstalt interessante Angaben über zwei oder drei Punkte.
Drittens gnlvanisirte Dr. Duchenne, wie wir bereits gesehen
IS Anatomy of Expression, 3. edit. p. 1Ö8.