Einnahme von Schweidnitz. Feldzug in Sachsen. 305
! schützen gcthan, und gegen eine Million Flintcnpatronen und7800 Centncr Pulver waren verbraucht; aber den Oestcrrei-chcrn blieb der Ruhm einer geschickten, entschlossenen und- tapfcrn Vcrtheidigung.
j Der König verlor durch seinen Eigensinn, die Capitu-! lation nicht den 22. August anzunehmcn, fast zwei Monateund die gcsammten Früchte eines Feldzuges, — Vorthcile,
! welche durch die Gefangenschaft von 10,000 Mann nicht aus-gewogen wurden.
Der tapfere und verdiente General Knobloch wurde als^ ein wohlerfahrener und vigilantcr Officicr, wie ihn der Kö-nig im Patent nannte, zum Commandanten ernannt, umihm ein Merkmal der königlichen Gnade zu geben. Eswurde ihm befohlen, die Festung nicht eher als nach einem, dreimal wiederholten, eigenhändigen königlichen Befehle zuübergeben').
Die Witterung war schon so rauh geworden, daß diePreusscn meistens Cantonnirungcn in der Umgegend vonSchweidnitz bezogen, während der Herzog von Braun-schweig-Bevern mit einer Abthcilung im Gebirge stehenblieb. Zur Verstärkung seines Bruders Heinrich schickteder König den General Neuwied mit 20 Bataillonen, 16. Oct.55 Schwadronen und 60 Positionsgeschützcn nach Dresdenhin. Den 31. Octobcr marschirte der König selbst nachSachsen und ließ dem Herzog von Bevern den Oberbefehlin Schlesien, wo von beiden Theilcn Waffenstillstand ge-schlossen wurde, um ruhig die Winterlager zu halten, welchedie Ocsterrcicher in einem Theile von Oberschlesicn, ders Grafschaft Glatz und in Böhmen bis gegen die Oberlausitz! hin bezogen.
Als Haddick in Sachsen an Serbellonis Stelle deni Oberbefehl über die Ocsterrcicher und die mit ihnen vcr-z cinigtcn Rcichstruppen übernahm, suchte er die Preusscnn vom Gebirge und der Gränzc Böhmens weiter zurückzu-> drängen. Der Prinz Heinrich hatte, wie wir sahen, mit^ seinem Heere von Pretschendorf bis an die Elbe eine fast
l) Schöning Siebenjähr. Krieg, kll. S. 468.
Stcnzel, Gesch. d. Preussisch. Staats. V. 20