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294 Buch VIII. Zwölftes Hauptstück.
Polen und Kurland sowie auch kirchliche und mcrcantile Ver-hältnisse betrafen, versprach Preusscn den Kaiser gegen Däne-mark zu unterstützen, wenn sich das den russischen Ansprüchenrücksichtlich Holsteins nicht fügen würde; doch wollte Friedrichversuchen, diese Angelegenheit in Güte zu beenden ^). DerFriede wurde im Anfänge des Zuli in Petersburg gefeiertund durch ein Patent vom 8. Juli den Einwohnern desKönigreichs Preusscn bekannt gemacht, daß vom 5. Juli anFriedrich in den Besitz des Königreichs zurückgctrctcn sei,welches daher vom Kaiser des ihm geleisteten Huldigungsei-des entbunden werde ^).
Dem Wunsche Peters gemäß sollte Bclling mit seinenHusaren Thcil an dem Feldzüge gegen Dänemark nehmen,welchen Friedrich gern verhütet hätte; denn König Friedrich V.rüstete sich stark zur Gegenwehr und wendete sich an Frank-reich um Hülfe. Es ist glaublich, daß Peter noch andere,weit ausschcnde und sehr wenig zusammenhängende Ent-würfe hatte, als: Baiern nach dem kinderlosen Tode desKurfürsten für sich zu erwerben und das sogenannte bisherigepolnische Preusscn nach dem Tode König Augusts an Friedrichzu geben, wogegen dieser Crossen und einige andere wohl-gelegene Landstriche an Sachsen überlassen sollte; — PrinzHeinrich war zum König von Polen bestimmt, und wenner ohne Lcibcscrbcn stürbe, so sollte dieses Reich mit demprcussischcn Staate vereinigt werden; — wenn der Herzogvon Schwerin bei seinem Tode keinen Sohn hintcrlicße, sosollte ganz Meklcnburg an den König von Preusscn fallen,welcher dafür Schlesien an Oesterreich zurückgcben und diemcklcnburgischcn Prinzen durch eine prcussischc Besitzung amNicdcrrhcin entschädigen sollte; — ferner sollte FriedrichOstfricsland an Dänemark abtrctcn, falls dieses in die Ab-tretung von ganz Schleswig an Peter willigte; — endlichsollten Osnabrück, Bremen und Verden an Hannover kom-men, das Bisthum Hildeshcim aber als ein neues erbliches
1) Biographie Peters III. Bd. II. Beil. O. S. 260 ff.
2) Ebendaselbst Bd. II. Beilage >1. S. 259.