Feldzug am Rheine. 283
gebracht. Gegen ihn stand am Niederrhein der Prinz Soubisemit 70,000 Mann, Broglio am Main mit 50,000 Mann,mit Allem wohl versehen. Die Uneinigkeit beider Befehls-haber, die Unfähigkeit Soubises und der Eigenwille Bro-glios unterstützten den Prinzen Ferdinand vortrefflich.
Mitte Mai vereinigte Soubise sein Heer und rückte mitdemselben bis Ende Juni zwischen Ruhr und Lippe bisDortmund vor. Broglio zog gegen die Dicmcl,-dann links,und vereinigte sich mit Soubise bei Soest. So waren dieFranzosen hier 100,000 Mann stark. Ferdinand, ihnen mitnur 50,000 Mann auf der linken Lippe-Seite gegenüber,deckte Lippstadt und Münster. Broglio griff nun auf eigneHand mit 32,000 Mann den linken Flügel des PrinzenFerdinand bei Vellinghausen an. Beide Thcile behaupteten 15 . Julisich in ihrer Stellung. Am folgenden Tage hatte Ferdi-nand, welcher nur 23,000 Mann seines rechten Flügelsgegen den 68,000 Mann starken Soubise stehn ließ, seinenlinken Flügel auf 33,000 Mann verstärkt. Broglio, derihn für noch stärker hielt als er war, und sich von Soubisenicht unterstützt sah, zog sich darauf mit ziemlichem Verlustevor Ferdinand zurück. Soubise begnügte sich eine starkeKanonade zu eröffnen und zog sich dann ebenfalls nachSoest zurück. Die Franzosen verloren 5000 Mann undmehrere Geschütze an diesen beiden Tagen, die dem hanno-verischen Heere 2000 Mann kosteten. Beide französischeHeere trennten sich nun wieder. Broglio, durch 30,000,dann noch durch 10,000 Mann von Soubises Heer verstärkt,ging Ende August auf das rechte Wcscrufcr über, währendSoubise sich gegen Münster wendete, dasselbe einschloß undweit umher Brandschatzungen einzog. Diesem ließ Ferdi-nand den Erbprinzen mit 18,000 Mann gegenüber undwendete sich mit 43,000 Mann gegen Broglio. Er dranggegen Kassel vor; das hinderte indessen die Franzosen nicht,das Braunschweigische zu plündern, Wolfcnbüttel zu nehmenund Braunschwcig anzugreifcn, welches General Luckncrdurch entschlossene Tapferkeit entsetzte.
Der Herzog von Choiscul erniedrigte sich, in rachsüch-tigem Acrger über die geringe Ehre, welche die Franzosen