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5 (1854) Von 1756 bis 1763
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Buch VIII. Zehntes Hauptstück.

ihn hier aufhcben zu lasten. Er schlug das dem zwei Mei-len davon bei Hcinrichau stehenden, ihm früher schon be-kannten Obersten Wallis vom Regimente Laudon vor. Derin das Gchcimniß gezogene katholische Curatus Schmidt inSiebcnhuben bei Pricborn vermittelte den Briefwechsel zwi-schen Warkotsch und Wallis. Am 30. November schickte War-kotsch durch seinen Jäger Kappel an den Curatus Schmidteinen Brief, welchen Kappel, der Verdacht geschöpft hatte,öffnete und in demselben einen von Schmidt zu befördern-den Brief des Warkotsch an Wallis fand, in welchem dieseraufgefordcrt wurde ungesäumt die Aufhebung des Königsauszuführen, dessen Reisewagen bereits vor der Thür dessel-ben stehe. Diesen Brief übergab Kappel dem Könige, wel-cher sogleich Warkotsch und Schmidt aufhcben ließ; beideentkamen jödoch durch Ucberlistung der Ofsiciere, von denensie bereits fcstgenommcn worden waren. Kappel erhielt eineeinträgliche Hegcmeistcrstclle bei Oranienburg und später, alssein Haus abbrannte, schenkte ihm der König 4000 Thlr. zumWiederaufbau desselben °).

Schon im Januar waren die Generale Czernitschew undTottleben mit 10,000 Mann leichter Truppen gegen Pom-mern vorgcgangcn, was die Generale Courbiere und Wernerzu wehren suchten. Nach mehreren Gefechten wurde einWaffenstillstand bis Ende Mai geschlossen. Die Russenwollten einen festen Punkt an der Ostsee haben, auch alsStützpunkt für ihre Bewegungen und zur Sicherung ihrerWinterquartiere. Der Versuch auf Kolberg war im ver-gangenen Jahre gescheitert; jetzt sollte er nachdrücklicher er-neuert und mit aller Kraft durchgesctzt werden. Nach Auf-kündigung der Waffenruhe rückte der General Romanzofmit 8000 Mann gegen Kolberg an. Zu seiner Abwehrhatte der Prinz von Würtcmberg 12,000 Mann von allerdingsgeringer Kricgstüchtigkeit, indem sie meistens aus Rekruten,gefangenen Ocsterreichcrn und Rcichstruppcn, ferner aus un>

I) Am besten: Beleuchtung der bisherigen und besonders der Kü-stcrschcn Darstellung der Geschichte der Warkotschschen Berräthcrei ge-gen König Friedrich II., Grottkau 1792.