270 Buch Vlll. Zehntes Hauptstück.
solche gewesen; doch kann ich das nicht ändern und muß sienehmen, wie sie ist')." Wie sollten auch mit Gewalt inMcktcnburg, Sachsen, Anhalt und andern kleinen Ländernausgehobcne Soldaten, Ausreißer und Kriegsgefangene, welcheDienste genommen hatten, von gleichem Wcrthe mit den übrigenPrcussen sein? — und dennoch, vermischt mit diesen, wurdensie gehoben und waren weit besser, als man vcrmuthen sollte.
Auf des Königs Befehl wurde in Eintreibung vonContributioncn und Lieferungen die äußerste Strenge an-gcwcndct; die Magazine in Sachsen mußten mit zweimonat-licher Verpflegung für die Heere gefüllt werden und ebensorücksichtslos wurden die Aushebungen betrieben. Des Kö-nigs Hand war überall und gab seinen Befehlen Nachdruck;— wo Naturallicfcrungcn nicht selbst geleistet werden konn-ten, sollten sie in Contributioncn verwandelt und diese durchEinziehung von Geiseln und Androhung von Brand undPlünderung erzwungen werden.
Es gehörte die unglaubliche Spannkraft eines Geisteswie Friedrichs dazu, nicht nur nicht zu erliegen, sondern soviel noch zu bewirken; denn trotz aller Schwierigkeiten ver-mochte er cs dennoch, sein Heer mit dem des Herzogs Fer-dinand auf 160—1/0,000 Mann zu bringen.
Russen und Ocstcrrcichcr hatten verabredet, Daun sollebei Dresden bleiben und von seinem 60,000 Mann betra-genden Heere rechts und links starke Abteilungen aufstcllen,unter Guasco bei Hof und Egcr, um den Reichstruppcn umBamberg nahe zu sein, welche die Verbindung mit Brogliounterhielten, dagegen unter O'Donncll bei Zittau und unterLascy bei Reichcnbcrg, um in Verbindung mit Laudon zubleiben. Dieser erhielt, lebhaft unterstützt von Kaunitz unddurch die Russen, welche mit dem zaudernden Daun nichtszu thun haben wollten, die Hauptaufgabe für diesen Feld-zug, nämlich Schlesien zu erobern. Sein Heer wurde des-halb bis auf 70,000 Mann verstärkt; zu ilm sollte dasrussische Haupthccr von 60,000 Mann unter Buturlin ausPolen stoßen, während der nach und nach von >0 auf 10,Ob"Mann verstärkte Nomanzof mit Hülfe einer russischen undl) Bei Schöning Siebenjuhr. Krieg III, S. 101-