Verhandlungen in Augsburg. 267
langte von der Reichsvcrsammlung in Regensburg Voll-machten zum Friedensschlüsse; weil aber Protestanten undKatholiken sich über einen Punkt nicht vereinigen konnten,gericth das ins Stocken. Maria Theresia war für dieFortsetzung des Kriegs; die Kaiserin Elisabeth, körperlichvöllig geschwächt, befand sich ganz in den Händen ihrervon Oesterreich gewonnenen Umgebungen, welches, besorgtüber die Lebensdauer Elisabeths, Rußlands Beistand nochgegen Prcusscn zu benutzen eilte; ebenso war Schweden inder Hand Frankreichs. Der König von Polen, für den derKrieg gewissermaßen und zwar großcnthcils auf Kostenseines unglücklichen Erblandes Sachsen geführt wurde, hättegern Frieden geschlossen; doch war er zu ohnmächtig, umein bedeutendes Gewicht in die Wagschale zu legen. Erwagte aus Schwäche, um seine Verbündeten nicht zu ver-letzen, kaum seine Neigung zum Frieden zu zeigen. Alssich der Regensburger Reichstag mit den Fricdcnsunter-Handlungen beschäftigte, verlangte der mcklcnburg-schwerinischeGesandte unter Anderen völliges Verbot prcussischer Werbun-gen im Reiche sowie Entschädigung aller Reichsstände für diegegen Prcusscn ausgestellten Truppen, für die von Prcussenerlittenen Drangsale und für die geringhaltige prcussischeMünze, welche der König sollte umprägcn und durch bessereersetzen lassen, und behielt sich noch andere Dcsidcria vor').
Rücksichtlich der Kricgsanstaltcn machte Frankreich sehrgroße Anstrengungen in Deutschland, lediglich um bei demsehnlich hcrbeigcwünschten Frieden durch die Eroberung Hes-sens, Westfalens und vielleicht Hannovers die Rückgabe sei-ner von den Engländern eroberten Colonicn zu erwirken; esstellte daher 150,000 Mann in Deutschland auf.
Oesterreich brachte etwa 130,000, Rußland 100,000Mann, das Reich 16—18,000, Schweden 12,000 Mannauf. Das betrug immer weit über 300,000 Mann, selbstwenn man das Rcichshccr und die Schweden gar nicht inAnschlag bringt; und dazu kam, daß sowol das französische
I) Unparteiische Geschichte der Streitigkeiten Mcklcnburg-Schwerinsmit Preusscn 1763 S. 171.