England. Die Pforte. Frankreich. 265
Oesterreichs nicht gelang, obwohl Raghibs Nachfolger einenosmanischcn Gesandten im März 1762 an Friedrich schickte.
Boskamp, der preussische Agent (ömisgsii-s clu 6oi) inder Krimm, hatte den Tatarenkhan Kerim Geraij, welcher schonim Jahre 1750 eine Gesandtschaft mit Freundschaftsversiche-rungen an Friedrich geschickt hatte, mit einer halben Millionfür diesen erkauft, war aber dann in Ungnade gefallen undin polnische Dienste getreten ').
In Frankreich wurde die Beendigung eines Krieges,der unerhörten Schimpf und Verlust in Deutschland undaußerhalb Europas über das Land gebracht hatte, so allge-mein gewünscht, daß der König entschlossen war auch ohneZustimmung seiner Verbündeten für sich allein Frieden mitEngland zu schließen, während eine Versammlung allerkriegführenden Mächte in Augsburg den Frieden für Deutsch-land verhandeln sollte, deren Erfolglosigkeit sich bei derStimmung Oesterreichs und Rußlands voraussehen ließ.Wenn die Fricdensunterhandlungen mit England nicht zumZiele führten, so hatte Frankrskch die Aussicht durch seineVerbindung mit Spanien nun auch dieses Land in den Kriegzu ziehn. Der König von Frankreich meinte, cs gebe für ihnund England ein leichtes Mittel den Krieg in Deutschlandzu beenden: wenn beide Mächte aufhörten ferner Hülfs-gclder an ihre Verbündeten zu zahlen. Frankreich wollteCanada den Engländern lassen, wenn cs als Entschädigungdie Landgrafschaft Hessen-Kassel und die Grafschaft Hanauerhielte. Es hoffte jedoch kaum, daß Pitt darauf eingehcnwürde, für Vorthcile Englands in Amerika deutsche, andernFürsten gehörige Länder an Frankreich zu überlassen, während,noch nicht 10 Jahre später, die Minister Prcuffcns und desdeutschen Kaisers selbst, die man freilich keine Staatsmännernennen wird, deutsche Länder an Frankreich überließen, umselbst ebenso viel deutsche Länder nehmen zu können. Dasenglische Ministerium erklärte, der Friede Englands mit Frank-reich müsse gemeinschaftlich mit dem allgemeinen Frieden
1) Hammer VIII. S. 27-1. Berat, auch küstvirs äs la guerrsäs sept aus clmp. 15. Oeuvres 1. V. 150, 151.