Schlacht bei Kunnersdorf.
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großer Verwirrung. Leider fehlte jetzt die preussischc, ent-fernt auf den Flügeln stehende Reiterei; auch konnten diePreussen ihre Geschütze nicht schnell genug vorwärts brin-gen. Dennoch drangen ungeachtet der tapfern Gegenwehrder Russen, welche immer frische Regimenter heranführtcn,die Preussen bis auf 800 Schritt von der letzten russischenStellung auf den Judenbergen vor, wohin sich zugleich allegeschlagenen Truppen des linken Flügels geflüchtet und wosie ihre noch übrigen zahlreichen Geschütze vereinigt hatten.Bereits waren 90 feindliche Geschütze in den Händen derPreussen und der Sieg ihnen nicht mehr streitig zu machen.Der König schickte Siegesbotschaften nach Berlin und nachBreslau; doch waren nach einem angestrengten Marsche von6 Meilen und dem vielstündigen hartnäckigen Kampfe inder größten Tageshitze die Truppen erschöpft, die Reitereibei ihrer Entfernung und der Stellung der Russen nichtverwendbar; es konnte nur noch über ein Drittheil des Fuß-volks zum letzten Angriffe verfügt werden. Unter diesenUmständen wagte cs der General Fink, dessen Ansicht diemeisten übrigen Generale thciltcn, dem Könige Vorstellun-gen gegen die Fortsetzung des Angriffs zu machen, weil dieRussen sich in der Nacht ohne Zweifel längs der Oder indie dort befindlichen Wälder zurückzichcn würden. Der Kö-nig, crmuthigt durch seine Erfolge bei der obwol tapferen,doch bisher sehr mangelhaften Verthcidigung der Russen,hielt die größten Schwierigkeiten für überwunden und wolltedie Truppen in ihrem Siegesläufe nicht aufhaltcn. Er er-widerte daher, die Sachen gingen so gut, daß man denFeind völlig zu vernichten suchen müsse, damit ihm die Lustverginge die preussischcn Staaten wieder zu betreten. Sowurde der Angriff auf die letzte, wegen ihrer größeren Höheden Russen sehr vorthcilhafte Stellung fortgesetzt, in wel-cher sie sich vcrthcidigcn mußten, wenn sic der völligen Ver-nichtung entgehen wollten. Es wird glaublich erzählt, daß Fried-rich dem Obersten Wunsch, welcher sich Frankfurts bemächtigthatte und die über die Oderbrücke flüchtenden Russen hin-übcrließ und dann gefangen nahm, befohlen, mit Kanonenauf die in Menge sich über die Brücke flüchtenden Russen